Attacke wird „ernsthaft in Erwägung“ gezogen: Nordkorea droht mit Angriff nahe US-Militäreinrichtungen in Guam

Nordkoreas Militär hat den USA mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke ernsthaft in Erwägung, meldet die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Nordkorea hat damit gedroht, Raketen in die Nähe von US-Militäreinrichtungen in Guam abzufeuern. Wenige Stunden nach der Warnung von US-Präsident Donald Trump vor weiteren Provokationen meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch, der Plan, Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 auf „Gebiete um Guam“ abzufeuern, werde „sorgfältig geprüft“.

Das Militär ziehe eine solche Attacke „ernsthaft in Erwägung“. Sobald Präsident Kim Jong Un den Befehl gebe, werde der Plan umgesetzt. Die USA unterhalten auf der Pazifikinsel Guam einen Luftwaffenstützpunkt.

Trump hatte am Dienstag gesagt, die USA würden auf weitere Provokationen Pjöngjangs „mit Feuer und Wut“ antworten. Er kündigte eine Reaktion an, „wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“.

Trumps Warnung erfolgte kurz nach der Veröffentlichung eines Berichts, demzufolge Nordkorea erhebliche Fortschritte bei seinem Raketenprogramm erzielt hat. Pjöngjang habe einen atomaren Sprengkopf entwickelt, der klein genug für seine Interkontinentalraketen sei, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf eine geheime Analyse des US-Militärgeheimdienstes (DIA).

Pjöngjang treibt trotz internationaler Sanktionen sein Raketen- und Atomwaffenprogramm seit Jahren voran. Im Juli testete Nordkorea zwei Interkontinentalraketen, mit denen das Land nach Einschätzung von Experten das US-Festland treffen könnten. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte am Samstag die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea, um die Regierung zum Einlenken zu bewegen. (afp)