Blutige Anschlagsserie in Syrien überschattet Genfer Friedensgespräche – Regierung kündigt Vergeltung an

Die Dschihadistenmiliz Fateh al-Scham hat in Syrien eine Serie von Selbstmordanschlägen verübt. Ihr zufolge sprengten sich in Homs fünf Selbstmordattentäter in die Luft. Fateh al-Scham war früher der syrische Ableger des Al Kaida-Netzwerks, von dem sich die Gruppe inzwischen losgesagt hat. Sie wird international als Terrororganisation eingestuft.

Eine Serie von Selbstmordanschlägen in Syrien hat die Genfer Friedensgespräche überschattet: In der Stadt Homs sprengten sich am Samstag mehrere Attentäter vor Gebäuden der Sicherheitsbehörden in die Luft. Die Behörden bezifferten die Zahl der Toten auf 30. Die Regierung kündigte Vergeltung an. In Genf gingen die Friedensbemühungen weiter.

Zu den Anschlägen bekannte sich die Dschihadistenmiliz Fateh al-Scham. Ihr zufolge sprengten sich in Homs fünf Selbstmordattentäter in die Luft. Fateh al-Scham war früher der syrische Ableger des Al Kaida-Netzwerks, von dem sich die Gruppe inzwischen losgesagt hat. Sie wird international als Terrororganisation eingestuft.

Unter den Toten war laut syrischem Staatsfernsehen der Chef des Militärgeheimdienstes in Homs, Hassan Daabul, ein enger Vertrauter von Präsident Baschar al-Assad. Die Täter hatten die Sprengsätze vor den Gebäuden der Staatssicherheit und des Militärgeheimdienstes in den Innenstadtvierteln Ghuta und Mahatta gezündet.

Syrische Regierung kündigt Vergeltung an

Die syrische Regierung drohte den Hintermännern Vergeltung an. Die Attentate seien eine „klare Botschaft der Terroristen“ an die Friedensgespräche in Genf, sagte der syrische Unterhändler Baschar al-Dschaafari in der schweizerischen Stadt. „Die Botschaft ist angekommen, und wir werden nicht zulassen, dass sie ohne Vergeltung bleibt.“

Auch der UN-Gesandte für Syrien, Staffan de Mistura, wertete die Anschläge als Versuch, die neuen Friedensgespräche zu torpedieren. „Jedes Mal, wenn wir Gespräche oder Verhandlungen führen, wird es immer jemanden geben, der versucht, das zu ruinieren“, sagte de Mistura in Genf. Er hoffe, dass die Attentate die Friedensgespräche nicht nachhaltig beeinträchtigten.

Die neue Runde von Friedensgesprächen ging am Samstag in Genf weiter. De Mistura wollte das ganze Wochenende über in separaten Treffen mit den Delegationen der Regierung und der Regierungsgegner beraten. Am Freitag war vor allem über das Format der Gespräche und weniger über konkrete Lösungen gesprochen worden, wie beide Seiten erklärten.

Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens und Hauptstadt der gleichnamigen zentralen Provinz. Sie wurde lange von Rebellen kontrolliert, steht seit 2014 aber wieder unter der Kontrolle der Regierungstruppen.

Erst am Freitag waren bei einem Selbstmordattentat nahe der nordsyrischen Stadt Al-Bab dutzende Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag hatte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt, die am Tag zuvor von protürkische Rebellen aus Al-Bab vertrieben worden war. (afp)