Börsenkurs von Toshiba bricht dritten Tag in Folge zweistellig ein

Der Zukauf des Atomkraftwerksbauers CB&I Stone & Webster durch Toshibas US-Tochter Westinghouse bringt Toshiba in große Schwierigkeiten.

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba ist nach seiner milliardenschweren Gewinnwarnung an der Börse weiter abgestürzt. Am Donnerstag brach der Aktienkurs um 17 Prozent ein. Es war der dritte Tag mit einem zweistelligen Verlust in Folge; insgesamt büßte der Konzern seit Dienstag mehr als 40 Prozent seines Börsenwertes ein. Grund für die Gewinnwarnung sind milliardenschwere Abschreibungen auf Geschäfte in den USA.

Konkret geht es um den Kauf des Unternehmens CB&I Stone & Webster durch Toshibas US-Tochter Westinghouse im vergangenen Jahr. CB&I baut Atomkraftwerke und kümmert sich auch um den Akw-Rückbau. Westinghouse streitet sich mit dem zugekauften Unternehmen über dessen Bewertung.

Wie hoch genau die Abschreibung ausfallen wird, ist laut Toshiba noch unklar. Der Konzern deutete an, dass die Summe bis Jahresende genannt werden könnte. In japanischen Medienberichten war von bis zu 500 Milliarden Yen (4,1 Milliarden Euro) die Rede.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) stufte die Kreditwürdigkeit von Toshiba am Mittwoch um eine Note auf B- herab. Auch der Ausblick von S&P ist negativ. Damit droht in naher Zukunft eine weitere Herabstufung.

Für Toshiba ist die Milliardenabschreibung ein neuerlicher Rückschlag. Im Sommer 2015 war bekannt geworden, dass der Konzern seine Bilanzen zwischen 2008 und 2014 um umgerechnet 1,13 Milliarden Euro geschönt hatte. Inzwischen wurde ein großabgelegter Konzernumbau eingeleitet; unter anderem trennte sich Toshiba von seiner Medizinproduktsparte. (afp)