China: Nordkoreas Atomtest-Berg vor Einsturz – „Radioaktivität bedroht mehrere Länder“

Nordkoreanische Atomtests nahe China könnten einen Berg im Testgebiet Punggye-ri zum Einsturz bringen. Peking befürchtet ein Austreten von Radioaktivität und sorgt sich um die Bevölkerung in der Grenzregion.

Peking ist wegen der Fortführung nordkoreanischer Atomtests im Testgebiet Punggye-ri in Sorge.  Die Tests finden unter einem Berg 100 Kilometer südlich der gemeinsamen Grenze statt. Stürzte der Berg ein, könnte es zum Austreten von Radioaktivität kommen. Die Folgen wären nicht abzusehen. Das berichtete „Metro News“.

Die von Kim Jong-un angeordneten Atomtests finden in unterirdischen Tunneln in einer entlegenen Region Nordkoreas statt. Über den Tunneln liegen felsige Schichten, die als natürlicher Schutzschild vor Strahlung dienen sollen. Doch nach sechs Atomtests befürchten die angrenzenden Regionen, der Berg könnte einbrechen.

Die Welt steht vor einer schweren Umweltkatastrophe, hörten die Test nicht auf, so Wang Naiyan, leitender Forscher des chinesischen Atomwaffenprogramms zur „South China Morning Post“ (SCMP). „Ein einziger weiterer Atomtest durch Nordkorea und das Ganze könnte einstürzen, wodurch Radioaktivität entweichen würde“,  sagt er.

Hat der Einsturz bereits begonnen?

Einen Einsturz innerhalb des Berges habe es bereits gegeben. Das jedenfalls ist die Interpretation eines Nachbebens des Tests vom Wochenende, wie die seismische Behörde Chinas erklärte, so die „SCMP“.

„Wir nennen es ‘das Dach entfernen’. Wenn der Berg einbricht und ein Loch entsteht, werden viele schlechte Dinge entweichen“, so Wang. Strahlungsmessungen auf chinesischer Seite vom Montag zeigten bislang nichts Bedenkliches.

Wasserstoffbombe vom Wochenende kann mit Interkontinentalrakete gestartet werden

Am Wochenende hatte das nordkoreanische Fernsehen über einen erfolgreich durchgeführten Wasserstoffbombentest berichtet. Mit der Bombe könnte eine Interkontinentalrakete bestückt werden.

Weiterer Test dort „sehr wahrscheinlich“

Ein weiterer Test dort sei sehr wahrscheinlich, so Wang, da nur bestimmte Berge für die Tests geeignet seien. Und von denen gebe es in Nordkorea nicht viele, so der Wissenschaftler. Der Berg müsse über einen hohen Gipfel und relativ flache Hänge verfügen, sagte Wang noch gegenüber der Zeitung.

Zudem würden die Bomben Nordkoreas größer und größer, was ein Einbrechen immer wahrscheinlicher macht.

Die letzte Bombe soll über geschätzte 50 bis 120 Kilotonnen TNT Sprengkraft verfügt haben. Das ist ein Vielfaches der Bomben, die am Ende des zweiten Weltkrieges Hiroshima und Nagasaki zerstörten.

„Die nordkoreanische Regierung sollte die Atomtests stoppen, da sie eine große Bedrohung nicht nur für Nordkorea, sondern auch für China und andere Länder darstellen“, sagte Wang.

Seismologen in der ganzen Welt hatten am Wochenende die sechste Erschütterung unter dem Berg bei Punggye-ri aufgezeichnet. Er ist als Kernwaffentestgebiet des kommunistischen Regimes bekannt. (dk)

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