China: Seit dem 19. Parteitag ist Peking von Smog umhüllt – Jährlich sterben 1,6 Mio Chinesen durch Luftverschmutzung (+Video)

Während die chinesischen Staatsmedien die Bevölkerung damit beruhigen, dass es sich um ganz normalen Nebel handele, zeigte die Konzentration gefährlicher luftgetragener Partikel, bekannt als PM2,5, an einer Überwachungsstation im Zentrum von Peking 280 Mikrogramm an.

Die schlimme Luftverschmutzung in China kostet einer Studie zufolge jeden Tag mehr als 4000 Menschen das Leben. 17 Prozent aller Todesfälle im bevölkerungsreichsten Land der Erde (1,379 Milliarden im Jahr 2016) seien auf die hohe Belastung der Luft mit Schadstoffen zurückzuführen, berichteten US-Forscher.

38 Prozent des Milliardenvolkes atmen – gemessen an US-Standards – im Durchschnitt „ungesunde“ Luft ein. Dies verursache in China pro Jahr schätzungsweise 1,6 Millionen Todesfälle.

Schon seit der Versammlung des 19. Parteitages letzte Woche leidet Peking wieder unter extremer Luftverschmutzung. Die Sichtweite ist in den Straßen der chinesischen Metropole besonders am heutigen Freitag sehr gering, aber auch am etwas weiter entfernten Abschnitt „Badaling“ der Großen Mauer kann man derzeit nicht sehr weit schauen.

Normalerweise taucht die hohe Luftverschmutzung hauptsächlich in den Wintermonaten auf, wenn es sehr windstill ist. Um diese Jahreszeit ist es eher ungewöhnlich.

Während die chinesischen Staatsmedien die Bevölkerung damit beruhigen, dass es sich um ganz normalen Nebel handele, zeigte die Konzentration gefährlicher luftgetragener Partikel, bekannt als PM2,5, an einer Überwachungsstation im Zentrum von Peking 280 Mikrogramm an.

Peking, aber auch viele andere Städte Nordchinas, kämpfen immer wieder mit gefährlichen Feinstaubwerten von teils über 250 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine PM2,5-Konzentrationen von nicht mehr als 10 Mikrogramm pro Kubikmeter. Chinas offizielles Luftqualitätsziel soll bei 35 Mikrogramm liegen. Auf einer Pressekonferenz am Rande des Parteikongresses am Montag (23. Oktober) sagte Chinas Umweltminister, dass das Land sich bemühen werde, bis 2035 seine eigenen Luftqualitätsnormen vollständig einzuhalten.

Hou Bo, Tourist aus der inneren Mongolei sagte gegenüber Reuters: „Während meines Aufenthalts in Peking sah ich kaum die Sonne. Heute habe ich endlich die Sonne gesehen, nachdem ich zur Großen Mauer hinaufgestiegen bin. In meiner Heimatstadt ist die Luftqualität sehr gut, sodass ich es nicht leicht hatte, als ich hier angekommen bin.“

In den Provinzen Hebei und Henan lagen die Feinstaub-Messwerte im Dezember 2016 vielerorts bei über 500 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Eine Messstation in Shijiazhuang, der Provinzhauptstadt von Hebei, zeigte laut der Nachrichtenagentur Xinhua sogar einen Messwert von 1000 an.

„Luftverschmutzung ist die größte Umweltkatastrophe der heutigen Welt, erklärte Umweltexperte Richard Muller 2015 im Zusammenhang mit einer dementsprechenden Studie und verwies dabei auf seinen letzten Besuch in Peking. „Jede Stunde, in der ich der Verschmutzung ausgesetzt war, verkürzte meine Lebenserwartung um 20 Minuten“, betont Muller. „Das ist so, als würden jeder Mann, jede Frau und jedes Kind 1,5 Zigaretten pro Stunde rauchen.“

(reuters/mcd)

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