Cousin von Muammar al-Gaddafi: Durch Angriffskrieg des Westens ist Libyen „in die totale Finsternis versunken“

Der Cousin von Muammar al-Gaddafi sagt, dass Libyen durch den Angriffskrieg des Westens "in die totale Finsternis versunken" sei. Der Krieg sei "hauptsächlich durch eine illegale UN-Resolution" verursacht worden. Deshalb fordert er: "Der Sicherheitsrat sollte für die Toten zur Verantwortung gezogen werden."

Am Freitag jährt sich zum sechsten Mal der Beginn des Aufstandes, der zu einem internationalen Angriff auf Libyen führte. Während des Konfliktes wurde der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi gestürzt und brutal ermordet. Seit dem ist das einst wohlhabendste Land Afrikas im Chaos versunken.

Radikale Gruppen, wie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, nutzen das Machtvakuum, um Land und Leute zu terrorisieren. Millionen Menschen sind auf der Flucht, Hunderttausende wurden bereits getötet.

In einem Exklusiv-Interview mit RT zieht Ahmed Gaddaf Al-Dam, der Cousin Gaddafis, eine Bilanz der letzten Jahre.

Er sagt: „Das waren schreckliche Jahre und es ist unmöglich, sie zu beschreiben. Allen ist klar was derzeit in Libyen passiert. Brutale Zerstörung, die Menschen fliehen aus ihren Häusern, massenhaft Hunger. Unser Land ist in die totale Finsternis versunken und unser Volk leidet. Verursacht hauptsächlich durch eine illegale UN-Resolution. Der Sicherheitsrat sollte für die Toten zur Verantwortung gezogen werden. An diesem Jahrestag des Arabischen Frühlings müssen wir eine Entschuldigung an alle Libyer verlangen. Die deren Häuser zerstört wurden, die die erniedrigt wurden.”

Kriminelle Gangs erobern das Land

Während westliche Länder Libyen bombardierten, sei das Land von kriminellen Gangs überrannt worden. Nun müsse der Westen helfen diese Gangs wieder aus Libyen zu entfernen, fordert Gaddaf Al-Dam.

„Immerhin haben sie gesagt sie würden libysche Zivilisten beschützen. So viele Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Unsere Städte und Dörfer wurden zerstört. Öl und andere Ressourcen wurden ausgebeutet und dennoch sieht die Welt nur schweigend zu.“

Jeden Tag würden Flugzeuge große Waffenladungen nach Libyen bringen, beklagt der ehemalige Armee-Oberst. Die Westmächte hätten Libyen mit ihren Kriegsschiffen „umzingelt“ und wüssten von den Flugzeugen und den Waffen. Sowie von den Söldnern die von überall nach Libyen kommen würden. Doch der Westen würden nichts dagegen unternehmen.

„Wir stecken fest in einem Sumpf“

„Wenn die Internationale Gemeinschaft gerecht ist, dann werden sie unseren Vorschlag akzeptieren“, fährt Gaddafis Cousin fort. Doch, „leider“ versuche die Internationale Gemeinschaft noch immer den Konflikt in Libyen zu managen. Sie wolle sich auch nicht zurückziehen, sagt er zu RT.

„Wir stecken fest in einem Sumpf. Jeden Tag gibt es Treffen in Tunesien, in Genf, aber wie lange noch. Wir sind keine Dummköpfe. Man nennt das Krisenmanagement. Die Internationale Gemeinschaft will nicht das die Krise endet. Der Konflikt kann nur beendet werden, wenn alle Libyer am Verhandlungstisch sind. Niemand sollte ausgenommen sein. Die Internationale Gemeinschaft scheint jedoch zu versuchen die Illegitimen zu legitimieren.“

 

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