Daesh-Kämpfer: „IS fühlt sich in der Türkei sicherer als in Syrien“

Ein von den Kurden gefangen genommener IS-Kämpfer gab an, seine Ausbildung in der Türkei in einem Trainingslager für den Islamischen Staat erhalten zu haben. Die Camps wären als Ausbildungslager für Mitglieder der Freie Syrische Armee getarnt.

In einem angeblichen Trainingslager für die Freie Syrische Armee in der Türkei werden Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat ausgebildet. Dies sagte ein 20-jähriger Dschihadist, der von der kurdischen Volksverteidigungseinheit, YPG, in Syrien gefangen genommen wurde im Gespräch mit "Sputniknews".  

Abdurrahman Abdulhadi wurde von der YPG im November in Nordsyrien festgenommen. Abdulhadi ist ein Syrer der sich dem Daesh (IS) anschloss und eigenen Angaben zufolge in der Türkei ausgebildet wurde.

Abdulhadi sagte, dass die Unterstützung der "gemäßigten" syrischen Opposition durch Ankara nicht so "unschuldig" sei wie dies dargestellt werde.

Die Kurden in Syrien 

Die YPG ist für die äußere Sicherheit in den Herrschaftsbereichen der kurdischen Partei der Demokratischen Union, PYD, in Syrien zuständig. Die kurdische Miliz kämpft vor allem gegen die al-Nusra Front und den Daesh. 

Die PYD ist ein Ableger der Kurdischen Arbeiterpartei, PKK, aus der Türkei und regiert seit 2012 einige Teile von Syrien. Damals wurden die syrischen Regierungstruppen aus diesen, von den Kurden beanspruchten Gebieten, vertrieben. 

Mit einer Sondergenehmigung von kurdischen Militärs erhielten russische Journalisten Zugriff auf Informationen aus erster Hand, welche besagen, dass die Türkei "ein Freund" des Islamischen Staates sei, berichtet der russische Sender RT

Türkei bildet Dschihadisten aus

Nur "10 Prozent" der IS-Anhänger stammen aus der Türkei, sagt Abdulhadi. Aber viele der Dschihadisten würden in der Türkei ausgebildet.

"Im August 2014 war ich in der türkischen Stadt Adana und wurde von IS-Kämpfern ausgebildet," gibt Abdulhadi an. Er wäre mit sechzig anderen Kämpfern in dem Camp ausgebildet worden. Das Trainingslager befand sich nahe dem Flughafen. 

Der gefangen genommene IS-Kämpfer behauptet in dem Interview mit Sputniknews auch, dass einer der Ausbildner nur türkisch sprach und ein anderer für ihn übersetzen musste.

"Einmal in der Woche hatten wir Schießtraining. Sie lehrten uns wie man mit Kalashnikovs, Maschinengewehren und anderen Waffen umgeht", so der 20-jährige. "Wir wurden in der Türkei ausgebildet. Der IS-Kommandant meinte, dort wäre es sicherer als in Syrien". Die international geführten Luftangriffe in Syrien werden für die Terrorgruppe zunehmend zum Problem.

Waffen in zivilen LKW’s geliefert

Die Trainingslager waren zwar offiziell als militärische Ausbildungsstätten für die Freie Syrische Armee deklariert, aber "alle sechzig Kämpfer die dort ausgebildet wurden, waren IS-Mitglieder", so Abdulhadi. Er sagte auch, dass viele der syrischen Daesh-Kämpfer in die Türkei kamen und vergeblich nach Arbeit suchten. Letztendlich hätten sie sich den Dschihadisten anschlossen. 

Nach seinem Training wurde Abdulhadi beauftragt die Syrer die sich dem Daesh anschließen wollten zu empfangen. 

"Nach meiner Ausbildung wurde ich zu einem der Bezirke in der türkischen Stadt Adana gebracht. Meine Aufgabe war es, die neu angekommenen Rekruten aus Syrien zu treffen. Nach dem Training schickten wir sie in die türkische Stadt Urfa. Von dort aus wurden die Rekruten über einen türkisch-syrischen Grenzübergang zurück in die syrische Stadt Raqqa gebracht. Und von dort aus in andere syrische Gebiete", erklärte Abdulhadi dem Sender. 

Der Gefangene sagte auch, aktuell würde der Daesh Waffen erhalten die in nicht-militärischen LKW’s geliefert würden. Die Ladung wäre als normale Fracht getarnt. Die kleinen IS-Kämpfer an der Front, wie er einer war, hätten keine Ahnung wer die Waffen und Munition zur Verfügung stelle. (so)