„Eindeutiger Einschüchterungsversuch“ – Deutscher Journalisten-Verband: Bei Trump-Vereidigung verhaftete Reporter freilassen

"Wenn Journalisten, die eindeutig einfach als Journalisten vor Ort waren, um Bericht zu erstatten, Beteiligung an Vandalismus und Randale vorgeworfen wird, dann ist das ein eindeutiger Einschüchterungsversuch", kritisiert der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall, die Festnahmen der Reporter bei Donald Trumps Amtsantritt in den USA.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich nach der Verhaftung mehrerer Journalisten während der Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump besorgt um die Berichterstattung über Politik und Gesellschaft in den USA gezeigt.

„Wenn Journalisten, die eindeutig einfach als Journalisten vor Ort waren, um Bericht zu erstatten, Beteiligung an Vandalismus und Randale vorgeworfen wird, dann ist das ein eindeutiger Einschüchterungsversuch“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall am Donnerstag.

„Nicht nur die betroffenen Journalisten, sondern auch Journalisten, die künftig über Proteste berichten, sollen damit eingeschüchtert werden.“ Das gelte auch für deutsche US-Korrespondenten. „Trump muss sich dazu äußern, dass diese Verhaftungen nicht hinnehmbar sind“, forderte Überall. „Sonst müssen wir davon ausgehen, dass das seinem Diktum vom Krieg gegen die Medien nur entgegen kommt.“

Dem DJV zufolge wurden während der Amtseinführung Trumps am 20. Januar sechs Journalisten verhaftet. Ihnen drohen demnach derzeit Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren und bis zu 25.000 Dollar (knapp 23.300 Euro) Strafe. Der DJV schloss sich der Forderung der International Federation of Journalists (IJF) an, die Vorwürfe gegen die Journalisten sofort fallen zu lassen. Trump liegt im Clinch mit den Medien in den USA und kritisiert immer wieder die Berichterstattung über ihn scharf. (afp)