EU-Präsident Tatjani rechnet mit 30 Millionen Flüchtlingen aus Afrika

EU-Parlamentspräsident Tatjani rechnet mit bis zu 30 Millionen Einwanderern aus Afrika in den nächsten zehn Jahren. Lösen könne man das Problem seiner Meinung nach durch den Bau von Flüchtlingsstädten in Nordafrika. Ein Milliardenprojekt.

„Wir müssen garantieren, dass die Bürger die Protagonisten der neuen EU-Strategie sind.“ Antonio Tajani, konservativer Politiker Italiens und Nachfolger von Schulz als Präsident des EU-Parlaments hat sich in einem Interview mit der „Welt“ für einen entschlossenen Kampf gegen den Terror und einer Lösung des Immigrationsproblems ausgesprochen.

Der IS versuche, Terroristen unter die Flüchtlinge zu mischen, die alles tun werden, um Europa als ihren Feind Nummer eins zu treffen. Im Kampf gegen diese brauche es einen Qualitätssprung.

Was die Einwanderung betrifft, so befinde sich vor allem auch Afrika in einer dramatischen Lage: Die Terrororganisation Boko Haram verfolge Christen und gemäßigte Muslime, es herrsche Armut, Dürre, Bürgerkrieg – die Wüste frisst Agrarland.

Dabei würde Tatjani die zentralen Probleme der afrikanischen Staaten gern vor Ort lösen, denn gelinge das nicht, würden in den nächsten zehn Jahren bis zu 30 Millionen Einwanderer in die EU kommen.

Am sinnvollsten sei es laut Tatjani, Milliarden Euro in eine Langzeitstrategie zu stecken. Afrika riskiere heute, eine chinesische Kolonie zu werden, doch die Chinesen wollten nur die Rohstoffe. Die Stabilität interessiere sie nicht.

Tatjani plädiert für eine Errichtung von Auffanglagern in den nordafrikanischen Staaten. Dabei stellt er sich provisorische Städte vor mit Krankenhäusern und Kindereinrichtungen. Die Migranten sollten dadurch vor Menschenhändlern und Tod auf dem Mittelmeer geschützt werden.

Auch Boko Haram könne Europa erreichen, so der Politiker weiter, Terroristen kämen über alle Routen in die EU, die meisten wohl über die Balkanländer, die ein Pulverfass seien.

Einen Schutz für uns Europäer sieht Tatjani in verstärkten Polizeikontrollen, wir sollten uns daran gewöhnen. (mcd)