Für die „legitimen Rechte“ der Palästinenser: Jordaniens König Abdullah sagt Palästina Unterstützung zu

Der jordanische Erstmals seit fünf Jahren hat Jordaniens König Abdullah II. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland einen Besuch abgestattet. Abbas empfing den Monarchen am Montag in Ramallah zu mehrstündigen Gesprächen. Zuletzt hatte Abdullah II. den Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde im israelisch besetzten Westjordanland im Dezember 2012 besucht.

Der jordanische König Abdullah II. hat den Palästinensern bei einem Besuch im besetzten Westjordanland die „vollständige Unterstützung“ seines Landes für ihre „legitimen Rechte“ zugesichert.

Das gelte auch für die Gründung eines Palästinenserstaates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, sagte der Monarch am Montag während zweistündiger Gespräche mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas in Ramallah. Zuletzt hatte Abdullah II. den Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde im Dezember 2012 besucht.

In einer Erklärung des jordanischen Königspalastes hieß es, Abdullah II. habe zugleich bekräftigt, dass sich seine Regierung „in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft“ weiter für den Schutz der heiligen Stätten in Jerusalem einsetzen werde. Ohne Israel namentlich zu erwähnen, warnte der König vor „negativen Folgen in der gesamten Region“, sollte der gegenwärtige „Status quo“ auf dem Jerusalemer Tempelberg geändert werden.

Jordanien ist gemäß seinem 1994 mit Israel geschlossenen Friedensvertrag für die Verwaltung der heiligen Stätten in Ost-Jerusalem zuständig. Der Tempelberg, arabisch Al-Haram Al-Scharif (Edles Heiligtum), ist mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom mit seiner goldenen Kuppel das dritthöchste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina. Das Hochplateau ist wegen der dort befindlichen Klagemauer auch gläubigen Juden heilig.

Die Palästinenser befürchten, dass Israel den Status quo verändern und sich zunehmend Vollmachten auf dem Hochplateau aneignen will. Entsprechende Äußerungen gibt es von israelischer Seite aus rechten und ultrareligiösen Kreisen immer wieder. Israels Regierungschef Netanjahu bestreitet jedoch stets derartige Absichten.

Abdullah II. rief den US-Präsidenten Donald Trump auf, sich „für den Frieden zwischen Palästinensern und Israelis“ einzusetzen. Es sei wichtig, diese Anstrengungen zu „intensivieren“, um „wirkliche Fortschrittsperspektiven“ zu eröffnen. Die Zwei-Staaten-Lösung – das heißt die friedliche Koexistenz eines Palästinenserstaats mit Israel – müsse Grundlage für die Wiederaufnahme des seit 2014 gelähmten Friedensprozesses sein.

Jordanien nimmt im israelisch-palästinensischen Konflikt eine Schlüsselrolle ein: Neben Ägypten ist es das einzige arabische Land, das mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen hat. Zugleich haben etwa die Hälfte der 9,5 Millionen Menschen umfassenden jordanischen Bevölkerung palästinensische Wurzeln. Die USA erkennen die Regierung in Amman als wichtigen Verhandlungspartner an.

Der Streit um den Tempelberg hatte den israelisch-palästinensischen Konflikt in den vergangenen Wochen erneut angeheizt. Israel hatte nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Zugangskontrollen zum Tempelberg verschärft und – mittlerweile wieder abgebaute – Metalldetektoren installieren lassen. Die von palästinensischer Seite heftig kritisierten Maßnahmen hatten tagelang tödliche Zusammenstöße zwischen israelischen Einsatzkräften und Palästinensern zur Folge.

Zwischen Jordanien und Israel gab es zuletzt Spannungen, nachdem ein israelischer Geheimdienstagent am 23. Juli zwei Jordanier auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman erschoss. Der israelische Abgeordneten Oren Hasan hatte sich daraufhin im Kurzbotschaftendienst Twitter in vulgärer Sprache über die Jordanier ausgelassen. Diese würden von Israel beschützt und hätten „ein bisschen Umerziehung“ nötig. (afp)