Geldwäscheverdacht: Sohn des türkischen Präsidenten Erdogan flieht aus Italien

Bilal Erdogan, Sohn des türkischen Präsidenten, geriet ins Visier der italienischen Justiz und musste aus Bologna in die Türkei fliehen. Es wird ihm vorgeworfen, Schmiergelder aus der Türkei nach Italien gebracht zu haben.

Der Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan steht wegen Geldwäscheverdachts im Visier der italienischen Behörden. Bilal Erdogan soll Schmiergeld aus der Türkei nach Italien kanalisiert haben.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Bologna die Ermittlungen gegen Bilal Erdogan aufgenommen hat, verließ dieser am Freitag überraschend die norditalienische Stadt. Der 35-Jährige befand sich seit Herbst letzten Jahres in Italien um in der Johns-Hopkins-Universität in Bologna ein Post-Graduate-Studium zu absolvieren. Sein abruptes Abreisen geschah aus Sicherheitsgründen, hieß es seitens der Universität, berichtet die "Presse". 

Weiters hieß es, Bilal werde sein Studium irgendwann fortsetzen. Erdogans Sohn und seine Familie hielten sich seit knapp einem halben Jahr in Bologna auf. Dort wollte er sein bereits seit 2007 ausgesetztes Studium beenden.

Nun sah sich Bilal Erdogan jedoch mit dem Vorwurf der Geldwäsche konfrontiert. Die italienische Staatsanwaltschaft warf ihm vor illegal beträchtliche Summen aus seiner Heimat nach Italien eingeführt zu haben. 

Die Untersuchung war aufgrund der Anzeige des türkischen Großunternehmers Murat Hakan Uzan aufgenommen worden, er ist der Bruder von Cem Uzan, dem Gründer und Chef der türkischen Genc Parti (Junge Partei), schreibt die "Presse" weiter. Uzan wirft Erdogan vor nicht wegen eines Studiums in Bologna zu sein, sondern um illegale Geschäfte seines Clans zu organisieren. Es sollen hohen Schmiergeld-Summen nach Italien geflossen sein. 

Die türkische Regierungspartei AKP unter Recep Tayyip Erdogan, war bereits einmal in einen Schmiergeld-Skandal verwickelt. Damals wurde sogar gegen Erdogan und seinen Sohn ermittelt. Die Untersuchungen wurden ohne Ergebnis eingestellt. Es wird angenommen, dass dies durch Druckausübung Seitens der türkischen Regierung geschah. (so)