Größte Nahrungsmittelkrise der Welt – UNO warnt vor Hungersnot im Jemen

"Alle zehn Minuten stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Gründen, die vermeidbar wären," so Nothilfekoordinator Stephen O'Brien. Seinen Angaben zufolge sind derzeit fast 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.

Die UNO hat vor einer Hungersnot im Krisenland Jemen gewarnt. Nothilfekoordinator Stephen O’Brien sagte am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat in New York, derzeit sei der militärische Konflikt in dem arabischen Land der „Hauptantrieb“ für die größte Nahrungsmittelkrise der Welt. „Wenn nicht umgehend gehandelt wird, ist eine Hungersnot für das Jahr 2017 ein mögliches Szenario.“

O’Briens Angaben zufolge sind derzeit fast 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen, mindestens zwei Millionen Menschen benötigen dringend Hilfe, um zu überleben. Besonders hart sei die Situation für die Kinder, sagte der Nothilfekoordinator der UNO. Derzeit seien 2,2 Millionen Kinder akut unterernährt – das sind 53 Prozent mehr als Ende 2015.

Insgesamt sei die Not der Kinder groß, sagte O’Brien. „Alle zehn Minuten stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Gründen, die vermeidbar wären.“ Das Land ist fast vollständig von Importen abhängig. Besonders der während des Konflikts zerstörte Hafen von Hudaida und der geschlossene Flughafen der Hauptstadt Sanaa erschweren die Lage.

Im Jemen kämpfen die Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi seit September 2014 gegen die schiitischen Huthis und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Opposition. Die UNO fordert eine Waffenruhe, damit dringend benötigte humanitäre Hilfe ins Land gelangen kann, sowie politische Gespräche über ein Ende des Konflikts. (afp)

 

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