Heißer Krieg zwischen USA und Russland? – Putin: „Niemand würde überleben“

NATO, Snowden und ein Krieg zwischen den USA und Russland: Was hat der Präsident des größten Landes der Welt zu diesen Themen zu sagen? US-Regisseur Oliver Stone fragt nach.

NATO, Snowden und die Beziehung zwischen den USA und Russland – all das sind Themen, auf die Putin in der Interview-Reihe „The Putin Interviews“ von US-Regisseur Oliver Stone Antworten gibt.

Zwei Jahre lang interviewte Stone den Präsidenten zu allen möglichen Themen. Nächste Woche wird sein detailliertes Portrait von Putin in einem vierteiligen Dokumentarfilm „The Putin Interviews“ auf „Showtime“ ausgestrahlt.

Im Folgenden sind vier Interviewsegmente auf Englisch als Kostprobe.

Krieg mit den USA

Stone fragte Russlands Präsidenten, ob er denke, dass die USA einen heißen Krieg dominieren würde – Atomwaffeneinsatz inklusive.

„Ich glaube nicht, dass jemand einen solchen Konflikt überleben würde“, erwiderte Putin.

Stone fragt anschließend, ob es nach der Trump-Wahl „irgendeine Hoffnung auf Wandel“ in den amerikanisch-russischen Beziehungen gebe.

„Es gibt immer Hoffnung. Bis man uns auf den Friedhof bringt und uns begräbt“, antwortete Putin.

Putin: „In der NATO sind keine Verbündeten – nur Vasallen“

In einem weiteren Clip äußert sich Putin zur NATO. Das Bündnis sei „ein außenpolitisches Instrument der USA. Dort sind keine Verbündeten – nur Vasallen“, meinte der Präsident. Außerdem gefährde die NATO die Sicherheit Russlands.

„Sobald ein Land NATO-Mitglied wird, ist es schwer, dem Druck der USA zu widerstehen. Und plötzlich kann jedes Waffensystem in diesem Land platziert werden. Ein anti-ballistisches Raketensystem, neue Militärbasen und gegebenenfalls neue Offensivsysteme“, erklärte er.

Russland müsse Gegenmaßnahmen ergreifen und seine Raketensysteme auf Einrichtungen ausrichten, die eine Gefahr für das Land darstellen würden, so Putin. „Die Situation spannt sich weiter an“, meinte der Präsident weiter.

Putin: „Ich hätte nicht so wie Snowden gehandelt“

Während einer Autofahrt, bei der Putin am Steuer saß, stellte Oliver Stone auch Fragen zu dem Whistleblower Edward Snowden, der sich momentan in Russland aufhält.

„Als Ex-KGB-Agent müssten Sie doch das, was Snowden getan hat, aus tiefstem Herzen hassen“, meinte Stone.

„Nein, überhaupt nicht“, antwortete Putin. „Snowden ist kein Verräter. Er hat die Interessen seines Landes nicht verraten und keinem anderen Land Informationen weitergegeben, die seinem Volk schaden könnten. Was auch immer er tut, er tut es öffentlich“, so der Präsident.

„Stimmen Sie dem zu, was er getan hat?“, hakte Stone weiter nach.

„Nein. […] Ich denke nicht, dass er das hätte tun sollen. Wenn ihm seine Arbeit nicht gefallen hat, hätte er einfach die Kündigung einreichen können“, so Putin.

„So wie Sie das getan haben“, meinte Stone.

„Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, aber wahrscheinlich schon. Ich habe meine Kündigung eingereicht, weil ich nicht mit dem Vorgehen der Regierung einverstanden war – dem Versuch des Coup D’Etat – und ich wollte in dieser Zeit nicht im Nachrichtendienst bleiben“, erklärte Putin.

Putin: Russlands Nachrichtendienste befolgen die Gesetze

Stone wechselte während des Gesprächs von Snowden zu dem Thema Nachrichtendienste und fragte, was der Präsident über die russischen denke.

„Ich denke, sie machen eine gute Arbeit. Sie arbeiten ausschließlich im gesetzlichen Rahmen“, so Putin.

Er spielte außerdem auf die NSA-Affäre an und meinte, dass es unanständig sei, seine eigenen Verbündeten auszuspionieren.

Attentatsversuche auf Putin: „Mein Sicherheitsteam leistet gute Arbeit“

In einem anderen Trailer sagte Stone, er habe Informationen darüber, dass mindestens fünf Mal versucht wurde, den russischen Präsidenten zu ermorden.

Putin lobte sein Sicherheitsteam und meinte: „Ich mache meine Arbeit und die Sicherheitsbeamten machen die ihre, und bisher machten sie keinen schlechten Job“.

„Vertrauen Sie Ihren Sicherheitsbeamten?“, fragte Stone daraufhin. „Ich vertraue ihnen“, antwortete Putin.

Auch wisse Putin um die Tatsache, dass es gängige Praxis für Attentäter sei, vor dem Attentat als Sicherheitsbeamte des Präsidenten zu arbeiten.

Doch wie ein russisches Sprichwort besagt: „Diejenigen, die dazu bestimmt sind, gehängt zu werden, werden nicht ertrinken“, meinte Putin zu Stone.

„Was ist denn Ihr Schicksal?“, wollte der Regisseur anschließend wissen.

„Nur Gott kennt unser Schicksal – das Ihre und das meine. […] Eines Tages wird es jeden von uns ereilen. Die Frage ist, was wir bis dahin in dieser vergänglichen Welt vollbracht und ob wir unser Leben genossen haben“, antwortete der Präsident.

Mehr dazu:

Putin spricht über Deutschlands „beschränkte Souveränität“

Kommentieren

Werte Leserinnen und Leser!

Schon lange wollen wir das Diskussionsklima in der Kommentarfunktion verbessern und dabei unserer Maxime „Meinungsfreiheit für alle“ treu bleiben. Wegen personeller und finanzieller Engpässe war dies bisher nicht möglich.

Wir wenden uns deshalb mit der besonderen Bitte an Sie: Unterstützen Sie die Einrichtung unseres Moderators mit Ihrer Spende! Er wird sich um Trolle, Provokateure und strafrechtlich relevante Äußerungen kümmern.

Hier Spenden!

IBAN: DE21100700240525505400 BIC: DEUTDEDBBER, Verwendungszweck: Kommentar-Moderator