Hollywood contra Trump bei der Oscar-Verleihung – Doch er wird gar nicht fernsehen

Heute abend ist Oscar-Verleihung in Hollywood und Anti-Trump-Reden von Schauspielern wurden angekündigt. Dieser Umstand sorgte auf einer Pressekonferenz für Lacher: Der US-Präsident wird nämlich nicht fernsehen.

Melania Trump gibt heute ihren ersten großen Ball als First Lady der USA – zeitgleich findet in Hollywood die Oscar-Verleihung statt. Diese Terminkollision sorgte vor einigen Tagen auf einer Pressekonferenz für Lacher, denn Trumps Pressesprecher Sean Spicer musste extra darauf hinweisen. Die First Lady habe viel Zeit und Aufwand in den Ball gesteckt, der ein „phänomenales Event“ werden soll, weshalb sie und der Präsident ihre Aufmerksamkeit wohl ganz darauf richten werden, so Spicer.

Eine Korrespondentin aus Las Vegas hatte die Fragen gestellt: „Wird der Präsident die Oscar-Verleihung schauen? Was, wenn es wieder einen ‚Meryl-Streep-Moment‘ gibt?“ Und: „Warum denken Sie, äußern sich Hollywood-Stars gegen Trump?“
„Keine Ahnung, wir sind ein freies Land“, so Spicer sichtbar erheitert. „Ich denke, Hollywood ist für Meinungen bekannt, die ziemlich weit links liegen.“

Der „Gouverneursball“ ist eine jährliches Event, zu dem die Gouverneure der US-Bundesstaaten samt Partnerinnen ins Weiße Haus kommen. Der Ball kollidierte in den vergangenen Jahren häufig mit der Oscar-Verleihung , berichtete „Daily Mail“ unter Berufung auf eine Ex-Mitarbeiterin Laura Bushs.

Hollywood-Stars demonstrieren gegen Trump

Währenddessen haben Hollywood-Stars gestern öffentliche Reden gegen Trump gehalten, die nur ein Vorgeschmack dessen sein sollen, was bei den Oscars erwartet wir. Die BBC berichtete von einer Demonstration in Beverly Hills, auf der Jodie Foster und Michael J. Fox sprachen. Die zweifache Oscar-Gewinnerin Foster meinte, sie habe selten in der Öffentlichkeit gesprochen, aber nun sei die Zeit dafür. Dieses Jahr sei „ein einzigartiger Moment in der Geschichte“.

„Wenn wir Exzellenz der Filmkunst feiern, wie heute und diese Woche, dann können wir nicht vergessen, dass diese Branche ein Geschäft des Humanismus ist.“ „Mitgefühl ist das, was uns stark macht. Das Richtige zu tun, ist das was uns gerecht macht“, so die Schauspielerin.

Michael J. Fox meinte „Wir sind die Glücklichen“. Er wolle „ein bisschen von diesem Glück“ mit Flüchtlingen teilen, welche in die USA wollten. „Ich glaube, wenn einem so viel Gutes widerfahren ist, hat man natürlich ein Gefühl von zivilgesellschaftlicher oder gar globaler Verantwortung“, so der Star aus „Zurück in die Zukunft.“

Er halte sich selbst für einen Optimisten, was eine schwierige Aufgabe sei, angesichts der wachsenden Intoleranz und des Mangels an Mitgefühl und Empathie in der Welt.

Iranischer Regisseur bleibt fern

Bei der Demonstration wurde auch eine Video-Nachricht des nominierten iranischen Filmregisseurs Asghar Farhadi, der wegen Trumps Einreisestopp die Oscar-Verleihung boykottiert.
Am Freitag gaben sämtliche für den „Besten fremdsprachigen Film“ Nominierten eine Erklärung heraus, in der sie ein „Klima des Fanatismus und Nationalismus“ verurteilen, welches sie in der aktuellen US-Politik sehen. Darin hieß es: „Unabhängig davon, wer den Oscar für den besten Fremdsprachenfilm am Sonntag gewinnt, weigern wir uns, in Grenzen zu denken.“
„Wir glauben, dass es kein bestes Land, kein bestes Gender, keine beste Religion oder beste Hautfarbe gibt. Wir wollen, dass dieser Award als Symbol für die Einheit der Nationen und die Freiheit der Künste steht.“

Schlagworte