Illegale Migranten in den USA: Auch Europäer werden abgeschoben

Fast 170.000 illegale Migranten mussten in diesem Jahr die USA bereits verlassen – ein neuer Rekord. Unter ihnen waren auch 1.300 Europäer ohne Aufenthaltstitel.

Seit Donald Trumps Präsidentschaft gehen die USA verstärkt gegen illegale Migranten vor. 11 Millionen Menschen besäßen in den USA keinen Aufenthaltstitel – die meisten von ihnen seien Mexikaner, Südamerikaner und Asiaten, wie die „New York Times“ Anfang Mai berichtete.

Doch es gibt auch illegale Europäer – 440.000 seien es, die illegal in den Staaten leben, berichtet die „Associated Press“ (AP). Sie werden von der Trump-Einwanderungspolitik ebenfalls nicht verschont.

Schon 1.300 Europäer in 2017 abgeschoben

Unter Obama wurden im letzten Jahr 1.450 Europäer abgeschoben. In diesem Jahr waren es bis zum 24. Juni schon mehr als 1.300, so die offiziellen Zahlen der US-Einwanderungsbehörde, die der AP vorliegen.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 167.350 Migranten in ihr Land zurückgeschickt – im Vergleich zu 240.255 im letzten Jahr. Mexikaner sind die größte Gruppe: 93.000 von ihnen wurden abgeschoben.

Unter den Europäern sind es vor allem die illegalen Rumänen, die zurückgestellt werden – 193 sind es bereits in diesem Jahr. Danach folgen Spanier mit 117, Briten mit 102, Russen mit 81 und Polen mit 74 Abschiebungen.

Im letzten Jahr sahen die Zahlen ähnlich aus: Rumänen mit 176, Briten mit 160, Polen mit ebenfalls 160, Spanier mit 115 und Russen mit 94 Abschiebungen.

Migration-Befürworter: „Abschiebung trifft die Falschen“

Die neue Welle der Abschiebungen mache den betroffenen Migranten Angst. „Die Leute sind sehr, sehr beunruhigt und versuchen nicht aufzufallen“, meint Ronnie Miller vom Irischen Immigrationszentrum in Boston.

Das härtere Vorgehen der Behörden gegen Migranten ohne Aufenthaltstitel würde die Falschen treffen, beklagen Befürworter der Migration. Es seien arbeitsame Menschen, die ihre Steuern zahlten und Kinder aufzögen, die US-Bürger sind. Die Obama-Regierung sei hingegen nur gegen Schwerverbrecher vorgegangen, so die Befürworter.

Trumps Vorgehen – Rückkehr zur traditionellen Einwanderungspolitik

Unter Obama hätten vielen illegale Migranten „ein falsches Gefühl der Sicherheit“ bekommen, meint die Leiterin der Polizeistudien am „Center for Immigration Studies“, Jessica Vaughan.

Das harte Durchgreifen der Trump-Regierung sei eine Rückkehr zur traditionellen Einwanderungspolitik, so Vaughan. Die Immigrationsbehörde solle sich nicht nur um Schwerverbrecher kümmern, sondern um alle, die illegal in den USA seien, sagt sie.

Migranten-Befürworter: „Regierung verschwendet Geldmittel“

Doch nicht jeder stimmt Vaughan zu. Die Regierung übertreibe, meint Ali Noorani. Er ist Geschäftsführer der Gruppe „National Immigration Forum“, die sich für die Rechte der Migranten einsetzt.

Unter Trump schiebe die Immigrationsbehörde jeden Migranten ohne Aufenthaltstitel ab. Das sei eine Verschwendung von Geldmitteln, so Noorani. Denn es würden Menschen abgeschoben, die keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellten, beklagt er.

(as)

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