Investigativer Journalist: Geheime Bilderberg-Gruppe kontrolliert die Welt

Es sind wahrscheinlich die umstrittensten und geheimnisumwobensten Treffen der Welt: Die Bilderberger-Konferenzen. Unter den Teilnehmern befinden sich nur die Mächtigsten der Mächtigen. Die Treffen finden alljährlich unter massiven Schutzmaßnahmen und unter strengster Geheimhaltung statt. Die Organisatoren beteuern, die Treffen hätten keinen Einfluss auf die Gesellschaft, Kritiker sehen das anders ...

Seit 1954 findet alljährlich ein Treffen statt, an dem die Elite dieser Welt teilnimmt. Die sogenannte Bilderberg-Gruppe oder kurz die Bilderberger sind eine geheimnisumwobene aber keine geheime Organisation.

Die Bilderberg-Treffen werden völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter massiven Sicherheitsvorkehrungen abgehalten. Berichterstatter sind nicht erlaubt und es gibt auch keine Protokolle über die Meetings.

Vonseiten der Organisatoren heißt es, die Teilnehmer würden sich ungestört austauschen wollen, und dafür wäre ein Ausschluss der Öffentlichkeit notwendig. Darüber hinaus behauptet die Gruppe: Auf den Treffen würden keine politischen Entscheidungen getroffen werden. Demnach seien dies rein "private" Treffen.

Unter den Teilnehmern befinden sich die Mächtigsten der Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Medien und oftmals Personen, die nur hinter den Kulissen die Fäden ziehen und öffentlich kaum in Erscheinung treten.

In 2015 waren unter anderem folgende Personen und Organisationen dabei: der dänische Geheimdienst, der Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, Vertreter der Finanzindustrie, diverse ThinkTanks, Ex-EU-Kommissionspräsident Barroso, Shell-Chef Ben van Beurden, Springer-Chef Mathias Döpfner, Airbus-Chef Tom Enders, Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel, Siemens-Chef Joe Kaeser, Ryanair-Chef Michael O’Leary, David Petraeus, Google-Chef Eric Schmidt, der Silicon-Valley-Investor Peter Thiel, sowie die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, um nur einige zu nennen.

Insider-Informationen

Kritiker zweifeln jedoch an dieser Version: so auch der Journalist Daniel Estulin. Er ist das Sprachrohr jener, die glauben, die Bilderberg-Gruppe habe einen größeren Einfluss auf unser Leben, als alle Regierungen weltweit.

Für seinen Film "Bilderberg the Movie" recherchierte Daniel Estulin vier Jahre lang und interviewte verschiedene Menschen in 11 Ländern und 13 Städten.Für seinen Film "Bilderberg the Movie" recherchierte Daniel Estulin vier Jahre lang und interviewte verschiedene Menschen in 11 Ländern und 13 Städten.Foto: Daniel Estulin

Estulin ist der Nachfolger des berühmten Bilderberg-"Jägers" und US-Journalisten James P. Tucker.

Tucker "jagte" die Elite-Gruppe einige Jahrzehnte lang. In 2013 verstarb Trucker im Alter von 78 Jahren. Der Journalist erhielt Insider-Informationen von Maulwürfen innerhalb der Bilderberg-Gruppe. Nun wird Estulin von diesen Quellen mit Informationen versorgt.

Dies verschafft ihm Einblicke hinter die Kulissen der Bilderberg-Treffen. Im Gespräch mit der Epoch Times sagte der Journalist, dass auf den Treffen die Bilderberger globale politische und wirtschaftliche Trends festlegen würden. Als Beispiel nannte er die Erhöhung des Goldpreises in 2005. Damals erhielt er nach eigenen Angaben Informationen von einem Bilderberg-Insider, dass der Goldpreis von 300 US-Dollar auf knapp 1.000 US-Dollar per Unze ansteigen werde.

"Wenn jemand Zugriff auf diese Art von Informationen hat, kann man sich vorstellen, wie derjenige mit den Märkten spielen kann", so Estulin.

Aber es gehe nicht nur um diese Art von Insiderwissen.

Estulin sagte, der Lenkungsausschuss dieser Treffen manipuliere die Politik absichtlich und nutze die Weltwirtschaft zum Vorteil seiner Mitglieder aus. Und dies sei oft zum großen Nachteil der Allgemeinheit.

Da sich die Bilderberger in diesem Jahr vom 9. bis 12. Juni in Dresden treffen, interviewte die Epoch Times den Journalisten hinsichtlich seines neuen Dokumentarfilms "Bilderberg – the Movie" und die damit verbundenen Recherchen.

Estulin – Hintergrund und Quellen

Von 1993 bis 2005 arbeitete Daniel Estulin in der russischen Militär-Spionageabwehr.

"Ich bin kein Journalist, ich bin ein Spion." – Daniel Estulin, Autor: "The True Story of the Bilderberg Group"

Er nutze seine Fähigkeiten als Spion, um an Insider-Informationen zu gelangen. Darüber hinaus sehe er sich Dossiers der Bilderberg-Mitglieder an und entscheide dann, mit wem er einen Deal vereinbaren könnte.

"Ich gebe Dir Informationen aus dem russischen Nachrichtenarchiv und dafür bekommst Du eine Menge Geld. Und im Gegenzug gibst Du mir Informationen, die uns einen Einblick in die kurzfristigen oder langfristigen Pläne der Elite geben", sagte Estulin und beschrieb damit den Vorgang, wie er an Insider-Informationen gelangt. Er sagte auch, dass er die Identität seiner Informanten niemals offenlegen würde.

Daniel EstulinDaniel EstulinFoto: Daniel Estulin

Russland ist in der Bilderberg-Gruppe nicht gut vertreten. Nur ein Russe, ein Professor für Wirtschaft, nahm an der Tagung 2015 teil. Im Vergleich dazu waren die USA mit 33 und Deutschland mit fünf Teilnehmern vertreten.

"Die Bilderberger sind eine ehemalige NATO-Organisation, mit Mitgliedern aus Westeuropa, Kanada und den USA", erklärte Estulin. "Deshalb ist Russland nicht gut oder eher gar nicht vertreten. Die Russen, die am Bilderberg-Treffen auf Einladung des Lenkungsausschusses teilnehmen, sind pro-westlich und anti-russisch."

Andere Teilnehmer, wie Akademiker, werden nur eingeladen um einige Einblicke aus ihren jeweiligen Bereichen zu präsentieren, so Estulin weiter. Diese wüssten aber nichts von den Führungskräften, die während der Meetings die Fäden in der Hand hielten.

"Den meisten Teilnehmern ist nicht bekannt, dass hinter der Gruppe eine gut organisierte Struktur steckt. Dies ist ein gut gehütetes Geheimnis", sagte er.

Estulins persönliche politische Neigungen ist pro-russisch und pro-Putin. Sein Großvater war ein sowjetischer KGB-Oberst und Estulin wurde 1992 vom russischen Geheimdienst rekrutiert. Damals lebte er in Kanada. Im Gegensatz zu seinem Großvater wollte Estulins Vater nicht unter der Herrschaft des sowjetischen Regimes leben und verließ Russland. Er wanderte mit seiner Familie nach Kanada aus.

Estulins Arbeit wurde auch vom ehemaligen kubanischen Führer Fidel Castro und von dem verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez in Anspruch genommen. Doch, so Estulin, es gehe ihm nicht um den Kommunismus oder den Kapitalismus, ihm gehe es um Transparenz.

Daniel Estulin bei einem Treffen mit dem ehemaligen kubanischen Führer Fidel Castro.
Daniel Estulin bei einem Treffen mit dem ehemaligen kubanischen Führer Fidel Castro.

Auf der Webseite der Bilderberg-Gruppe steht unter "häufig gestellte Fragen": "Wie rechtfertigen Sie die fehlende Transparenz?"

Die Antwort lautet: "Den Teilnehmern steht es frei, über die Meetings zu diskutieren. Viele tun dies auch jedes Jahr. Allerdings werden die Teilnehmer gebeten, sich nicht gegenseitig zu zitieren. Damit soll sichergestellt werden, dass die Teilnehmer das Gefühl haben, frei in einem Klima des Vertrauens sprechen zu können."

Verschwörungstheorie?

Michael Meacher, ein ehemaliger britischer Labour-Abgeordneter, äußerte während einer Sitzung im Unterhaus des Parlaments des Vereinigten Königreichs seine Bedenken über die Teilnahme britischer Politiker an den Bilderberg-Treffen. Vor allem kritisierte er, dass wichtige Informationen aus den Bilderberg-Treffen, die sich auf die britische Politik auswirken könnten, nicht offengelegt würden. Meacher wurde von den Anwesenden ausgepfiffen.

Nach Veröffentlichung seines Buches: "The True Story of the Bilderberg Group", sagte Estulin: "Die Mainstream-Presse hat versucht, mich mit aller Macht in die Ecke der Verschwörungstheoretiker zu stellen. […] Aber das schafften sie einfach nicht, weil ich alle Dokumente aus den Jahren meiner Spionagearbeit noch hatte, auch weil die Russen an diesen Informationen sehr interessiert waren. Und das geht zurück bis in die 1950er Jahre."

Vertreter von vielen großen Medienunternehmen, darunter die New York Times, die BBC sowie der Springer-Verlag, nehmen an den Bilderberg-Treffen teil, berichten aber nicht darüber. Estulin behauptet, dass sie in die Agenda der Gruppe eingeweiht seien und dazu beitragen würden, die öffentliche Meinung nach Wunsch der Bilderberger zu lenken.

Teilnehmer einer Bilderberg-Konferenz, Adrian D. Wooldridge (L), langzeit Journalist von "The Economist", and Martin H. Wolf (R), Financial Times.Teilnehmer einer Bilderberg-Konferenz, Adrian D. Wooldridge (L), langzeit Journalist von "The Economist", and Martin H. Wolf (R), Financial Times.Foto: Daniel Estulin

Der inzwischen verstorbene Tucker, der die Bilderberg-Gruppe 37 Jahre lang untersucht hatte, sagte der Epoch Times im Jahr 2012: "Ich glaube nicht, dass dies eine Verschwörungstheorie ist. Ich sehe das als eine tatsächliche Verschwörung! Ja, es ist eine Verschwörung."

Er beschrieb die Bilderberger so: "Sie sind eine Gruppe von internationalen Kriminellen, die Kriege beginnen, damit sie Geld verdienen können. Wenn sie Flugzeuge, Jeeps und anderes Kriegsspielzeug herstellen, machen sie Riesengewinne. Deshalb generieren sie alle paar Jahre neue Kriege."

Sein Kollege Estulin sagte, die Ziele der Gruppe seien, die Währungen zu kontrollieren und nationale Grenzen aufzulösen, um an den Punkt zu gelangen, an dem sie eine zentrale Weltregierung installieren könnten, um schließlich ein Wirtschaftsmodell einzuführen, das sich in den Weltraum verlagere.

"Wenn die Arbeit im All für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung wird, wären nur mehr die exorbitant Reichen in der Lage zu konkurrieren", so Estulin und fügt hinzu: "Das ist nichts, was man mit ein paar Millionen Dollar machen kann".

Der Ökonom und ehemaliger FED-Chef Ben Bernanke beim Verlassen der Bilderberg-Konferenz in 2008.Der Ökonom und ehemaliger FED-Chef Ben Bernanke beim Verlassen der Bilderberg-Konferenz in 2008.Foto: Shepherd Johnson/CC BY-SA

"Außerdem, wenn man die untere Erdumlaufbahn kontrolliert, wo sich die Satelliten befinden, kann man eine Menge kontrollieren, was sich auf der Erde abspielt", so der Journalist. "Sie könnten elektronisches Geld, Geheimdienste, Kommunikation und vieles mehr steuern".

Obwohl die Teilnehmer der Bilderberg-Treffen immer wieder beteuern, dass die Gruppe keinen Einfluss auf die internationale Politik habe, gibt es bereits viele Journalisten, die an solchen Angaben zweifeln.

Alex Jones, Herausgeber von "Infowars", spricht vor 2,000 Demonstranten während des Bilderberg-Treffen in 2013 in England.Alex Jones, Herausgeber von "Infowars", spricht vor 2,000 Demonstranten während des Bilderberg-Treffen in 2013 in England.Foto: Simon Gross/Epoch Times

Jeffrey Smith, ein AFP-Reporter, sagte der Epoch Times während der Zeit des 2012-Bilderberg-Treffens: "Es gibt so viel Beweise, die über die Jahre gesammelt wurden, die ihre Funktion und das Maß ihres Einflusses auf der ganzen Welt belegen, und das befindet sich vollständig außerhalb des Blickfeldes der Durchschnittsbürger."

Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Informationen über das Internet verlören die Bilderberger an Boden, so Estulin. "Es wird immer schwieriger für sie etwas geheim zu halten."

Tucker stimmte Estulin damals zu und sagte: "Sie haben an Boden verloren. … Wir werden gewinnen."

Erste Reihe von links nach rechts: Mark Anderson, Jim Tucker, Jeffery Smith; zweite Reihe von links nach rechts: Bregan Fuller, Josh Harvey, Kyme Rathke im Juni 2012.Erste Reihe von links nach rechts: Mark Anderson, Jim Tucker, Jeffery Smith; zweite Reihe von links nach rechts: Bregan Fuller, Josh Harvey, Kyme Rathke im Juni 2012.Foto: Du Won Kang/Epoch Times