Israelische Regierung geht auf Konfrontation zu Human Rights Watch – HRW vergleicht Israel mit Nordkorea

Dem neuen HRW-Büroleiter für Israel und die besetzten Gebiete, Omar Shakir, verweigerte Israel ein Visum, wie die Organisation am Freitag mitteilte. Shakir ist US-Bürger, der Sitz der Nichtregierungsorganisation HRW ist in New York. Israel wirft der Organisation "Einseitigkeit" zugunsten der Palästinenser vor.

Die israelische Regierung geht auf Konfrontationskurs zu der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), der sie Einseitigkeit zugunsten der Palästinenser vorwirft. Dem neuen HRW-Büroleiter für Israel und die besetzten Gebiete, Omar Shakir, verweigerte Israel ein Visum, wie die Organisation am Freitag mitteilte. Shakir ist US-Bürger, der Sitz der Nichtregierungsorganisation HRW ist in New York.

Der israelische Außenamtssprecher Emmanuel Nahschon bestätigte die Weigerung, Shakir ein Visum zu erteilen. „Warum sollten wir Leuten ein Arbeitsvisum erteilen, deren einziges Ziel es ist, uns zu besudeln und anzugreifen?“, fragte Nahschon. Zugleich stellte er klar, dass die für HRW arbeitenden Israelis und Palästinenser ihre Arbeit fortsetzen könnten. Shakir sagte, die israelische Regierung habe angekündigt, künftig grundsätzlich keine Visa mehr für ausländische Mitarbeiter der Organisation ausstellen zu wollen.

Shakir nannte die Verweigerung seines Visums „schockierend“. Seine Organisation arbeite in mehr als 90 Ländern. „Viele Regierungen lieben unsere Schlussfolgerungen nicht, die sich auf gründliche Recherchen stützen – aber ihre Reaktion besteht nicht darin, den Boten zu bekämpfen“, sagte Shakir. HRW legte wiederholt Berichte vor, in denen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete kritisiert wurde.

„Wir haben kaum Beziehungen zu den Regierungen Nordkoreas, des Sudan, Usbekistans, Kubas und Venezuelas“, sagte Shakir. Diese Länder seien aber auch nicht bekannt für ihr „Engagement zugunsten der Menschenrechte“. Mit seiner jüngsten Entscheidung reihe sich Israel in diese Liste ein. (afp)