Julian Assange im TV: „Obama versucht, Trump zu delegitimieren“

Russland hat nichts mit dem Email-Leak zu tun, das den US-Wahlkampf beeinflusst haben soll. Dies ist die Botschaft von WikiLeaks-Gründer Julian Assange in einem TV-Interview mit Fox News.

Julian Assange hat dem US-Sender Fox News ein persönliches Interview gegeben. Der WikiLeaks-Gründer dementierte darin, dass Russland irgendetwas mit den Emails zu tun hatte, die im US-Wahlkampf auf der Enthüllungsplattform erschienen waren.

Das Material hatte unangenehme Details aus der Parteizentrale der US-Demokraten und dem Umfeld von Hillary Clinton zu Tage gebracht. Die Demokraten beschuldigen Russland deshalb seit Monaten des Hackings und der Einmischung in den US-Wahlkampf.

„Wir können sagen, und haben wiederholt in den vergangenen zwei Monaten gesagt, dass unsere Quelle nicht die russische Regierung ist und auch keine staatliche Partei“, so Assange in dem Interview, das in der Ecuadorianischen Botschaft in London gefilmt wurde.

Die Obama-Regierung „versucht, die Trump-Regierung zu delegitimieren, während sie ins Weiße Haus einzieht. Man versucht zu sagen, dass der designierte Präsident Trump kein legitimer Präsident ist.“

Weißes Haus sagt niemals „WikiLeaks“

Assange wies darauf hin, dass in jüngsten Äußerungen hochrangiger Beamter des FBI und des Weißen Hauses „das Wort WikiLeaks“ überhaupt nicht fiel – auch nicht, als man russische Diplomaten wegen mutmaßlicher Cyber-Attacken auswies. „Das ist sehr merkwürdig“, so der WikiLeaks-Gründer.

Assange wurde von Fox direkt gefragt, ob er glaubt, dass Obama lügt in Bezug auf die Aktionen, die er Russland unterstellt. Daraufhin sagte Assange, Obama würde sich mit seinen Vorwürfen „wie ein Anwalt verhalten“: „Wenn man die meisten seiner Aussagen betrachtet, sagt er das nicht“, so Assange über den scheidenden US-Präsidenten. „Er sagt nicht, dass WikiLeaks Informationen aus Russland erhalten hat, [oder] mit Russland zusammengearbeitet hat.“

Die Anschuldigung, Russland sei durch Hacking an interne Emails gelangt und habe durch Wikileaks den US-Wahlkampf zugunsten Trumps beeinflusst, wird von den Demokraten seit Monaten aufrechterhalten. Nach Trumps Wahlsieg postulierte dies auch der US-Geheimdienst CIA – allerdings ohne Beweise dafür zu liefern.

Auf die Frage, ob die durchgesickerten E-Mails zu Trumps Sieg beigetragen hätten, antwortete Assange: „Wer weiß. Es ist unmöglich, das zu sagen.“ Doch wenn ja, dann haben „die wahren Aussagen von Hillary Clinton und ihres Wahlkampfmanagers John Podesta und der DNC-Chefin Debbie Wasserman Schultz“ den Wahlausgang verändert, so der WikiLeaks-Gründer.

Leak durch Clinton-Mitarbeiter

Ein Assange-Vertrauter erklärte bereits vor Wochen, er habe die Demokraten-Emails „in einem Wald bei Washington D.C.“ von einem „angeekelten“ Clinton-Mitarbeiter erhalten.

Zeitgleich mit dem TV-Interview kündigte Wikileaks auf Twitter weitere massive Leaks im Jahr 2017 an. 2016 sei erst der Anfang gewesen. Man biete 20.000 Dollar Belohnung für brisante Insider-Informationen aus der Obama-Regierung.

Weil Wikileaks-Gründer Assange zeitweise medial schwieg, hatten Unterstützer nach der US-Wahl um sein Leben gebangt.

Siehe auch:

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