Kritik an „America first“-Politik – Doch Mexikos Arbeiter wünschten einen Präsidenten wie Trump im eigenen Land

US-Präsident Donald Trump wird für seine geplante "America first" Politik scharf kritisiert. In Mexiko wird sie vermutlich Tausenden Menschen die Arbeitsplätze kosten - vor allem in der Automobilbranche. Mexikanische Arbeiter schimpfen Trump, sie "hassen" ihn - doch andererseits wünschten sie auch für Mexiko so einen Präsidenten...

US-Präsident Donald Trump setzt seinen Wahlkampfslogan „America first“ um: Die Grenzmauer zu Mexiko ist beschlossen. Die Autobranche, die billig in Mexiko produziert, steht unter Druck.

Vor allem Autobauer wie Ford und BMW sind betroffen. Sie sollen, entweder in den USA produzieren, oder hohe Importsteuern bezahlen. Für das amerikanische Volk ist diese Politik gut – für Mexiko bedeutet sie, dass rund 50.000 Arbeitsplätze in Gefahr sind.

Vor 15 Jahren ließ sich die Autoindustrie in der 700 000 Einwohner-Stadt San Luis Potosi in Mexiko nieder. Dort gab es ideale Bedingungen: billige Arbeitskräfte, niedrige Steuern, Freihandelsverträge. Doch mit Donald Trump an der Macht ändern sich die Dinge nun.

Trumps Politik bereitet den Arbeitern im mexikanischen Potosi große Sorgen.

Ford kündigte bereits an, das sich im Bau befindliche Werk doch nicht fertigzustellen. Der Autobauer wird künftig in den USA investieren. Das Projekt in Potosi wurde bereits gestoppt. Ein 57 jähriger Arbeiter erzählte der „Bild-Zeitung“: „Meine Firma hat jetzt keine Arbeit mehr, seitdem Ford weg gezogen ist. Deshalb bezahlen sie auch mich nicht mehr.“

Auch BMW steht unter Druck: US-Präsident Trump betonte in einem Interview mit der „Bild“: „Ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“

Der Autobauer erklärte darauf hin an dem Bau festzuhalten, dies schmälert die Unsicherheit bei den Arbeitern aber nicht. Ein Arbeiter von der BMW-Baustelle sagte zur „Bild“, dass er Trump „hasst“ und dennoch wünsche er sich im eigenen Land jemanden wie den 45. US-Präsidenten.

„Ich finde schlimm, was er über unser Land sagt, dass er uns alle als Drogendealer und Kriminelle hinstellt. Aber er schützt gleichzeitig auch amerikanische Arbeiter. Das Problem ist, dass die mexikanische Elite dagegen nur sich selbst schützt, aber die Arbeiter ihnen egal sind. Ich verdiene weniger als einen Dollar in der Stunde und könnte jetzt trotzdem meinen Job verlieren. Ist das fair?,“ so Carlos.

Die Arbeiter in Mexiko haben Angst vor den Konsequenzen der Politik des US-Präsidenten. Doch wenn sie die Chance hätten, würden viele von ihnen am Ende wohl auch einen mexikanischen Trump wählen. (so)