Kurz vor Amtsende: Obama befahl Luftangriff auf US-unterstützte „moderate“ Rebellen in Syrien

Das Chaos in Syrien ist nicht zuletzt eine Folge der US-Syrienpolitik. Sogenannte "moderate" Rebellen werden von den USA und deren Verbündeten mit Waffen und Kampfausbildung ausgestattet, um gegen die unliebsame Assad-Regierung - und den Islamischen Staat - zu kämpfen. Das Problem: Die "moderaten" Rebellen laufen oftmals zu "offiziellen" Terrorgruppen, wie der Al-Qaida, über.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat noch rasch vor seinem Amtsende einen US-Bombenangriff auf ein Terrorcamp in Syrien befehligt. Bei dem Bombardement traf es neben Al-Qaida Terroristen auch von den USA unterstützte „moderate“ Rebellen, berichtet RT unter Berufung auf das Nachrichtenportal „PJ Media“.

Demnach vermeldete das Pentagon, die US-Luftwaffe habe am 16. Januar beim Angriff auf ein Trainingscamp für Terroristen nahe Idlib mehr als 100 Al-Qaida-Terroristen getötet.

Doch offenbar traf es nicht nur „offizielle“ Terroristen, sondern auch die vom Westen unterstützen „moderaten“ Rebellen. Diese Gruppen werden im Kampf gegen die syrische Regierung von Baschar al-Assad und den IS von den USA und ihren Verbündeten mit Kriegsgerät, darunter auch panzerbrechende Lenkraketen, ausgestattet.

Die „New York Times“ berichtete über den Militärschlag: Der Angriff habe dem Trainingszentrum „Scheich Süleyman“ in Idlib gegolten. Das Trainingslager war laut Pentagon bereits jahrelang in Betrieb, sei aber erst vor kurzem zu einer Basis von „Al-Qaida-Extremisten“ umfunktioniert worden.

„Die Entfernung dieses Trainingszentrums unterbricht Trainingsoperationen und schreckt islamistische Hardliner und syrische Oppositionsgruppen davon ab, sich Al-Qaida anzuschließen oder auf dem Schlachtfeld mit dieser zusammenzuarbeiten“, gab Pentagon-Sprecher Capt. Jeff Davis in einer Erklärung bekannt, so RT.

Die Terrorgruppe Dschabhat Fateh al-Scham – ehemalige Al-Nusra-Front – verurteilte den Angriff. Die USA habe ihr Trainingszentrum für neue Rekruten zerstört – deren Ziel es gewesen sei, gegen Assad zu kämpfen. Die Al-Nusra, einstige Alliierte der Al-Qaida, wurden nach eigenen Angaben auch von den USA unterstützt. (Siehe: Al-Kaida-Kommandeur: „Diese Waffensysteme bekommen wir von den USA“)

In dem Trainingscamp sind laut dem Bericht neben Al-Qaida Terroristen auch Angehörige der Harakat Nour al-Din al-Zenki-Miliz ausgebildet worden. Die Anhänger dieser Gruppe wurden von der CIA offiziell als „moderate“ Rebellen eingestuft und mit Kriegsgerät ausgerüstet. Im November wurden den Extremisten TOW-Raketen, also panzerbrechende Lenkwaffen, geliefert – was Al-Zanki sogar auf Twitter postete.

Al-Zanki zog im Juli 2016 heftige Kritik auf sich. Damals tauchten Aufnahmen auf, die die „moderaten“ Rebellen zeigten, wie sie einen 12-jährigen Jungen enthaupteten. (SieheVerbindungen zu syrischen Kopfabschneidern – Fotograf des „Jungen aus Aleppo“ steht im Fokus).

Darauf hin distanzierten sich die USA phasenweise von der Gruppe. In den letzten Monaten vor Obamas Amtsende wurden die Rebellen jedoch wieder unterstützt, so RT. Mehrere Analysten hätten Al-Zenki als „rehabilitiert“ erklärt.

Die Unterstützung sogenannter „moderater“ Rebellen stößt immer wieder auf heftige Kritik. Seit 2014 wurden 30 folgenschwere Fälle bekannt, die zeigen, dass zahlreiche, von den USA trainierte und mit Kampfgerät ausgerüstete, „moderate“ Rebellen die Seiten wechselten und sich den „offiziellen“ Terrorgruppen, samt US-Waffen, anschlossen.

Schlagworte

, , , ,