Münchner Polizeibilanz 2016 – Anteil „nichtdeutscher Tatverdächtiger“ auf 48 Prozent gestiegen

Drogendelikte, Schwarzfahren, Rohheitsdelikte: Der Anteil „nichtdeutscher Tatverdächtiger“ in München und im Landkreis München ist im Jahr 2016 von 46 auf 48 Prozent gestiegen. Etwa 8,6 Prozent aller Tatverdächtigen sind Asylbewerber, schreibt der "Merkur".

In der Polizeibilanz 2016 von München werden das erste Mal Straftaten von Asylbewerbern seperat erfasst, schreibt der „Merkur“. Es gibt keine Vergleichszahlen aus dem Vorjahr.

In der Polizeibilanz wird nach Angaben der Zeitung ausgesagt, dass der Anteil „nichtdeutscher Tatverdächtiger“ in München und im Landkreis München von 46 auf 48 Prozent gestiegen ist.

Etwa jeder fünfte davon ist ein Asylbewerber, meldet der „Merkur“, demnach machen sie 8,6 Prozent aller Tatverdächtigen aus. Der Bericht ist auf der Webseite der Münchner Polizei noch nicht verfügbar. Dort ist der Sicherheitsreport von 2015 die letzte aufrufbare Statistik. Die Zahlen sind dadurch noch nicht nachvollziehbar.

Asylbewerber: Drogenhandel, Schwarzfahren und Rohheitsdelikte

Der „Merkur“ schreibt, dass Asylbewerber vor allem am Drogenhandel, beim Schwarzfahren und bei Rohheitsdelikten in oder im Umfeld von Asyleinrichtungen straffällig werden.

Der Zuwachs ist nach Aussage des „Merkur“ zum einen auf der Zunahme der absoluten Zahl der Asylbewerber in München zurückzuführen: Ende 2014 lebten rund 6.500 Asylbewerber in der Region, ein Jahr später hat sich die Zahl auf 12.500 verdoppelt.

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins, der durch seine Arbeit beim Münchner Anschlag bekannt wurde, erklärt zum Drogenhandel: „In einigen Regionen, aus denen Asylbewerber kommen, ist es außerdem akzeptiert, von Drogenhandel zu leben“ und sie handelten meist mit weichen Drogen. Zu den weichen Drogen gehören nach dem Ansatz der Niederlande vor allem Haschisch und Marihuana.

Auch das Schwarzfahren ist ein Problem. Im Sozialamt kann ein Asylbewerber kostenlose Nahverkehrstickets (Einzelfahrscheine und Sozialticket) erhalten. Die IsarCard gilt ab 9 Uhr, wenn ein Migrant zu einem Sprachkurs muss, der um 8 Uhr beginnt und sein Taschengeld dafür nicht verwenden will, kann es Probleme geben.

Rohheitsdelikte: Vor allem in Asylunterkünften ohne Wachdienst

Die Rohheitsdelikte nahmen vor allem dort zu, wo in den Münchner Asylunterkünften kein Sicherheitsdienst unterwegs ist. Die staatlichen Asyl-Unterkünfte werden nachts nicht kontrolliert, andere Einrichtungen wie die Caritas lassen rund um die Uhr Security laufen.

Andrea Betz von der Inneren Mission der Caritas erklärt: Wo Wachleute vor Ort seien oder eine engagierte Betriebsführung herrschen, dort würden „viele Konflikte im Keim erstickt“.

Norbert Hubert von der Caritas fügt hinzu, dass Bayern seit September das Integrationsgesetz schärfer auslegt als zuvor und seither viele Asylbewerber keine Arbeit mehr suchen dürfen: „Sie haben keine Perspektive und das Gefühl, sie hätten eh nichts zu verlieren.“ So neigen dann manche zu Depressionen, andere zu Aggressionen.

Für Norbert Huber trägt die „Hierarchie der Bleibeperspektiven“ dazu bei, dass Aggressionen entstehen. Denn: „Politisch wird zurzeit nicht vermittelt, dass es Sinn macht, sich zu integrieren“.

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