Nach schweren Kämpfen in der Türkei: Tausende Kurden auf der Flucht

Epoch Times, Donnerstag, 28. Januar 2016 13:44
Der Konflikt zwischen türkischen Streitkräften und der Arbeiterpartei PKK im Südosten der Türkei verschärft sich. Seit gestern verließen bereits über 2000 Menschen das Konfliktgebiet und befinden sich nun auf der Flucht.

Im Südosten der Türkei kam es erneut zu schweren Gefechten zwischen türkischen Regierungstruppen und der PKK. Deshalb befinden sich nun Tausende Kurden auf der Flucht. 

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Nach dem die lokalen Behörden die Sicherheitsmaßnahmen verschärften und eine 24-stündige Ausgangssperre in der alten Stadt Sur und fünf weiteren Nachbarschaftsgebieten verhängten, verließen 2000 Kurden das Gebiet.

Die Ausgangssperre verbietet es den Bewohnern ihre Häuser zu verlassen und Journalisten und Beobachtern das Konfliktgebiet zu betreten. In den südöstlichen Regionen der Türkei gibt es schon seit mehreren Monaten schwere Zusammenstöße zwischen türkischen Armee-Kräften und der verbotenen Arbeiterpartei PKK.

Die Stadt Sur litt bereits heftig unter den Kämpfen.  

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Türkei  

Im Dezember 2015 meldete das türkische Militär, mindestens 134 PKK-Kämpfer getötet zu haben. Am Mittwoch wurden 23 Menschen, darunter drei türkische Soldaten und 20 kurdische Kämpfer, bei Straßenschlachten im Südosten der Türkei getötet.

Seit August 2015 sind mindestens 198 Zivilisten, darunter 39 Kinder, während den militärischen Operationen gegen PKK-Mitglieder getötet worden, berichtet die türkische Human Rights Foundation.

Human Rights Watch kritisiert Ankara für die Nichtbekanntgabe der konkreten Zahlen ziviler Opfer. Die Türkei verschweigt auch, wie viele Menschen in den Konfliktgebieten dringende medizinische Hilfe benötigen und evakuiert werden müssten. 

"Wegen den verhängten Ausgangssperren ist es extrem schwierig zu bestimmen wie viele Menschen schon gestorben sind", sagte die türkische Human Rights Watch Mitarbeiterin Emma Sinclair-Webb am Mittwoch. 

Die türkische Militäroperation im Südosten des Landes begann im Sommer 2015. Aktuell führt Ankara auch eine Offensive im Nordirak durch. Diese Operationen begannen nach einem tödlichen Bombenanschlag in der südlichen türkischen Stadt Suruc im Juli 2015. Dabei wurden mehr als 30 Menschen getötet.

Während die türkische Regierung die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS, Daesh) beschuldigt die Attentate ausgeführt zu haben, beschuldigen PPK-Kämpfer die Türkei den Daesh zu unterstützen.

Nach den Anschlägen führten die Militanten eine Reihe von Vergeltungsanschlägen auf türkische Polizisten und Sicherheitskräfte aus. Darauf reagierte die Türkei mit der aktuellen groß angelegten Militärkampagne. (so) 



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