Nach Sieg in Aleppo: Syrer feiern gemeinsam erstes großes Weihnachtsfest – „Für Zivilisten sind alle Anti-Regierungskämpfer Terroristen“

Zum ersten Mal seit Jahren können die Menschen in Aleppo ohne Angst Weihnachten feiern. Sogar Muslime beteiligten sich an den Feierlichkeiten der Christen. Für alle in Aleppo lebenden Menschen sei es ein "Sieg über die radikal-islamistischen Kräfte". Die syrische Regierung konnte die Stadt mit Hilfe Russlands und dem Iran von den Rebellen befreien. Eine Schauspielerin die Syrien besuchte sagt, dass für die Zivilisten in Aleppo alle Anti-Regierungskämpfer Terroristen sind.

Die Menschen in Aleppo konnten nach fünfjähriger Belagerung erstmals wieder Weihnachten feiern. In den sozialen Netzwerken tauchten Videos von Christen in Aleppo auf, die zum erstem Mal seit Jahren öffentlich die Geburt Jesu zelebrierten.

Wie die arabische Nachrichtenseite „Al-Masdar News“ berichtet, haben auch Muslime an den Weihnachtsfeierlichkeiten teilgenommen und sich zusammen mit den Christen gefreut, nachdem die Extremisten aus Aleppo vertrieben wurden.

„Diese gemeinsame Feier symbolisiert den Sieg über die radikal-islamistischen Kräfte“, schreibt die Zeitung.

Der syrischen Regierung war es vor wenigen Tagen gelungen, mit Hilfe Russlands und dem Iran die strategisch wichtige Stadt von den Terroristen und Rebellen zu befreien.

„Westliche Medien verdrehen die Wahrheit über Aleppo“

Unterdessen berichtet Carla Ortiz, eine in den USA lebende bolivianische Schauspielerin, in verschiedenen US-Medien von ihrem Syrien-Besuch. Sie appelliert an den Westen, seine Außenpolitik bezüglich Syrien zu ändern.

Ortiz war bei der Evakuierung der Bewohner von Aleppo vor Ort, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Die Ereignisse von Aleppo seien von westlichen Medien verdreht berichtet worden, sagt die Schauspielerin, berichtet „Sputniknews“.

Mit zahlreichen gefälschten Twitter-Accounts seien sogenannte Fake-News verbreitet worden. Auch über einen massiven Beschuss zur Zeit der Evakuierung wurde berichtet, der laut Ortiz aber nicht stattgefunden hat.

Zudem bezweifelt die Schauspielerin die Twitter-Einträge des siebenjährigen Mädchens Bana Alabed, die auf Englisch über ihr Leben in Aleppo in den sozialen Medien berichtet.

„Es ist unmöglich, ich war dort, dort gibt es kein Internet. Im Osten Aleppos gibt es schon seit mehr als 85 Tagen keine Elektrizität und nur wenige haben 3G Internet. Es ist unmöglich, dort einen Tweet zu senden, wenn du dich auf der Frontlinie befindest“, so Ortiz.

Die verschiedenen Gruppen, die im Osten Aleppos unter verschiedenen Namen aktiv sind, seien für die dortigen Zivilisten alles Terroristen. Es spiele für die Bevölkerung keine Rolle, „ob das die Aufständischen oder die ‚Freie Syrische Armee‘ sind“, betonte Ortiz.

Die Regierungsgegner hätten die Zivilisten ausgehungert, berichtet sie. Die Menschen vor Ort hätten ihr erzählt, „wie ihnen die Möglichkeit auf Bildung entzogen wurde und die Terroristen alle umgebracht haben, die es wagten, auf die andere Seite überzugehen.“

Ortiz appelliert an den Westen „die echte Stimme Syriens zu hören“ und diesen Krieg zu beenden. Der Westen habe die Opposition mit guten Absichten unterstützt, aber diese Opposition gebe es so nicht mehr. „Es ist außer Kontrolle geraten.“