Netanjahu droht Putin: Iran muss Syrien verlassen oder Israel „wird handeln“

Israel will keine iranische Präsenz in Syrien tolerieren und droht gegenüber Russland mit militärischer Aktion, würde eine „rote Linie“ überschritten.

Bei einem Treffen mit Russlands Präsident Putin hat Israels Premier Netanjahu klargemacht, dass Israel keine iranische Präsenz in Syrien tolerieren will. Er signalisierte die Bereitschaft, in Syrien Krieg zu führen, um den iranischen Einfluss zu einzuschränken.

„Wir werden wenn nötig, handeln gemäß unserer roten Linien“, so Netanjahu.

Was geschieht mit IS-Gebieten?

Ein Nachkriegssyrien, in dem der Iran mit Erlaubnis der Assad-Regierung Truppen auf der syrischen Seite der Golanhöhen stationieren könnte, ist für Israel ein rotes Tuch. Israel betrachtet auch die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah als Handlanger Irans. Die Hisbollah hilft demnach dem Iran dabei, seinen Einfluss auf das Mittelmeer und die israelischen Grenzen auszuweiten.

Laut Netanjahu bedrohe der Iran die Existenz des israelischen Staates, weil er Terroristen bewaffne, Terror initiiere und finanziere.

RT zitierte Netanjahu an Putin wie folgt:

Herr Präsident, durch gemeinsame Anstrengungen besiegen wir den Islamischen Staat, und dies ist sehr wichtig. Aber das Schlimme daran ist, dass dort, wo sich die besiegte IS-Miliz auflöst, sich der Iran einschalten wird.“ (Netanjahu zu Putin)

„Der Iran ist bereits auf dem Weg den Irak und Jemen zu kontrollieren und übt praktisch bereits weitgehende Kontrolle über den Libanon aus“, sagte Netanjahu weiter zu Putin.

Iran gefährlich für „Region und die Welt“

Der Sieg über ISIS ist willkommen. Das Eintreten des Iran ist nicht willkommen“, so Israels Premier laut „Times of Israel“. Es sei eine Gefahr für „die Region und die Welt“.

Laut Reuters fügte Netanjahu noch hinzu: „Wir können nicht eine Minute lang vergessen, dass der Iran jeden Tag droht, Israel zu vernichten. Israel widersetzt sich der anhaltenden Verschanzung des Iran in Syrien. Wir werden uns sicherlich mit allen Mitteln gegen diese und jegliche Bedrohung verteidigen.“

Die beiden Staatschefs hatten sich am Mittwoch für drei Stunden in Sotschi am Schwarzen Meer getroffen – es war ihr sechstes Treffen seit September 2015.

Russlands Antwort?

Putin vermied eine öffentliche Antwort auf Netanjahus offensive Aussage.

Der russische UN-Botschafter jedoch nannte die in Syrien eingerichteten Deeskalationszonen, eine Garantie für „echte Fortschritte auf dem Weg, diesen tragischen Krieg zu beenden“.

Neben dem Iran sichern auch die Türkei und Russland die Zonen.

Wir möchten einen Krieg verhindern“

Netanyahu betonte später nochmals gegenüber israelischen Reportern, er habe mit Putin hauptsächlich darüber diskutiert, was nun mit den syrischen Gebieten passiere, in denen der IS besiegt wurde und stattdessen der Iran Einzug hält.

„Schiiten in die sunnitische Sphäre zu bringen, wird sicherlich viele ernste Auswirkungen haben, sowohl in Bezug auf Flüchtlinge als auch auf neue terroristische Handlungen. Wir möchten einen Krieg verhindern und deshalb ist es besser, den frühzeitig Alarm zu schlagen, um die Verschlechterung zu stoppen“, so Israels Premier.