Ron Paul: Hacker-Vorwürfe gegen Putin ein „Fiasko“ – CIA mischte sich in „Hunderte“ Wahlen ein

Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul findet es ein "Fiasko", dass Hillary Clinton den russischen Präsidenten Putin direkt beschuldigt Cyberattacken orchestriert zu haben. Paul sagt, die CIA würde genau das tun, was Russland nun vorgeworfen wird - sie hätten "wahrscheinlich Hunderte Wahlen anderer Länder beeinflusst".

Hillary Clinton kann ihre Wahlniederlage gegen Donald Trump nur schwer verkraften. Dass sich die Mehrheit der US-Bürger für Trump entschieden hat, läge nicht an ihr, sondern daran, dass Russlands Präsident Wladimir Putin ihre E-Mails gehackt und veröffentlicht hat, behauptet Clinton.

Der US-Politiker Ron Paul bezeichnet die direkten Anschuldigungen gegen Putin nun als ein „Fiasko“. Im Interview mit RT, sagte der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Gründer des Instituts für Frieden und Wohlstand: „Ich denke, sie sind nur aufgeregt, weil sie die Wahl verloren haben. Sie werfen mit Anschuldigungen um sich und haben keine Beweise“.

Die Personen die Russland vorwerfen die Cyberattacken ausgeführt zu haben, machten sich offenbar keine Sorgen darum, dass die ehemalige Außenministerin einen privaten Server nutzte, der es Hackern „viel einfacher machte zu erfahren, was passiert“, so Paul.

„CIA mischte sich in Wahlen ein“

Die CIA praktiziere genau das, was Clinton Russland vorwirft, fährt Paul, ehemaliger republikanischer Kongressabgeordnete für Texas und Verfechter einer Außenpolitik der „Nicht-Intervention“, fort.

„Das amerikanische Volk sollte sich über den Einfluss unserer CIA bei den Wahlen anderer Leute Sorgen machen, ich meine, es geht wahrscheinlich um Hunderte. Es ist ein permanentes Problem“, so Paul. Die CIA wäre sogar an „Attentaten“ beteiligt gewesen.

„Propagandisten“ wollen Krieg

Der US-Politiker machte im RT-Interview auch auf eine Art Schattenregierung in Amerika aufmerksam. Diese würde eng mit den großen amerikanischen Medien zusammenarbeiten.

Den Wahlkampf zwischen Demokraten und Republikanern bezeichnete Paul als „Theater“. Die US-Regierung würde sich nach Wahlen nicht viel ändern, denn, so Paul: „Die Leute, die hinter den Kulissen die Regierung kontrollieren, sind immer die gleichen. Und ich denke, dass das für die meisten Regierungen gilt.“

Die „Propagandisten“ stünden immer auf der Seite jener Politiker, die US-militärische Interventionen weltweit befürworten, fährt Paul fort. Da Donald Trump im Wahlkampf wiederholt vom Ende der US-Interventionen in anderen Ländern gesprochen hatte, glaubt Paul, dass die „Propagandisten“ diese „Idee vielleicht nicht mögen, und ihn für diesen Ansatz diskreditieren wollen“.

Auch der Vorstoß gegen sogenannte „Fake News“, seitens der Politik, stimmt den amerikanischen Politiker nachdenklich. Dazu sagt Paul: „Der Angriff auf das Recht, politische Angelegenheiten zu diskutieren, nach alternativen Informationsquellen zu suchen, abweichende Ideen und Absichten zu vertreten (…) ist eine große Gefahr für die Freiheit.“

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