Russland markiert 100. Jahrestag der Revolution – Putin hat kein Interesse an Verherrlichung eines blutigen Volksaufstandes

Am hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution hat Russlands aktuelle Führung ihre Distanz zu dem epochemachenden Umsturz von 1917 hervorgehoben. Präsident Putin beteiligt sich nicht an den Gedenkveranstaltungen.

Am hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution hat Russlands aktuelle Führung ihre Distanz zu dem epochemachenden Umsturz von 1917 hervorgehoben.

Präsident Wladimir Putin ließ über seinen Sprecher erklären, dass er den Dienstag wie einen ganz normalen Arbeitstag verbringe. An Gedenkveranstaltungen beteiligte er sich nicht.

Nur Russlands Kommunistische Partei wollte an die sowjetische Tradition des feierlichen Revolutionsgedenkens anknüpfen: Sie plante eine Kundgebung in Kreml-Nähe.

Putins Regierung tut sich schwer mit dem Jubiläum des bolschewistischen Umsturzes. Der Präsident bezeichnete die Ereignisse von 1917 kürzlich als „komplexen Bestandteil unserer Geschichte“. Ihm gehe es im Jubiläumsjahr darum, „die Vergangenheit mit Respekt und Objektivität zu behandeln“.

Kein Interesse an Verherrlichung eines Volksaufstands

Der Kreml-Chef betrachtet die Wahrung der Stabilität Russlands als eine seiner Hauptaufgaben. An der Verherrlichung eines Volksaufstands, der zum Sturz einer Regierung führte, hat Russlands Führung kein erkennbares Interesse. Der Aufstand war blutig – und so auch die Zeit danach.

Es werde „keine Feierlichkeiten“ zum Jahrestag geben, hatte der Chef des vom Kreml eingesetzten Organisationskomitees, Konstantin Mogilewski, im Vorfeld gesagt. Der Kreml wolle revolutionäre Umstürze, wie sie sich in den vergangenen Jahren in anderen früheren Sowjetrepubliken ereignet hatten, vermeiden.

Russlands KP rief für Dienstag zu einer Kundgebung nahe dem Karl-Marx-Denkmal in Moskau auf. Die Behörden genehmigten dafür aber nur eine Teilnehmerzahl von 5000, wie die Nachrichtenagentur Tass berichtete. Geplant waren nach Parteiangaben Slogans wie „Lenin – Stalin – Sieg“ und „Lasst Lenins Ideen leben!“

Auch „Anderes Russland“ feiert die blutige Revolution

Auf dem Roten Platz vor dem Kreml gab es am Dienstag zwar eine kleinere Militärparade. Sie erinnerte aber an die Mobilisierung während der Schlacht um Moskau 1941 im Zweiten Weltkrieg, nicht an die bolschewistische Oktoberrevolution.

Auch die regierungskritische linksgerichtete Gruppe „Anderes Russland“ plante für Dienstag Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Revolution. Am Vortag waren bei einer nicht genehmigten Kundgebung der Gruppe in St. Petersburg 23 Menschen festgenommen worden; sechs von ihnen seien am Dienstag zu Haftstrafen bis zu 33 Tagen verurteilt worden, teilte eine Sprecherin von „Anderes Russland“ mit.

„Große Feier oder große Tragödie?“

In Russlands Öffentlichkeit fand das Jubiläum keinen großen Widerhall. In einer Umfrage, die von der KP in Auftrag gegeben wurde, sagten 58 Prozent der Befragten, sie wüssten nichts über den bevorstehenden Jahrestag. Nur wenige Zeitungen berichteten am Dienstag auf der Titelseite darüber. Die Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“ titelte: „Große Feier oder große Tragödie?“

In der Zeit der Sowjetunion war der 7. November einer der wichtigsten Feiertage. Er wurde in der Regel mit großen Militärparaden gefeiert. Putin schaffte den Feiertag 2005 ab. Nur noch im benachbarten Weißrussland gibt es den Feiertag noch. (afp)

Siehe auch:

Heute vor 100 Jahren begann die russische Oktoberrevolution – Spezialeditorial: Ursprung und Grausamkeit des Kommunismus

US-Doku Agenda Teil 1: Ein böser Plan? – Wie der Untergang der Moral eine ganze Gesellschaft zerstört

US-Doku: „Die Belagerung Amerikas durch Antifa“

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