Russland vermutet NATO-Geheimdienste hinter dem Attentat auf russischen Botschafter in Ankara

Russland und die Türkei verurteilen den Anschlag auf den russischen Botschafter in Ankara als gegen ihre Annäherung gerichtete "Provokation". Ein russischer Diplomat meinte sogar, die Nato stecke hinter dem Mord.

Nach dem Attentat auf den russischen Botschafter Andrei Karlov in der Türkei, mehren sich die Spekulationen, dass die Nato hinter dem Mord stecken könnte.

Diese Theorie wird von dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Föderationsrates, Franz Klinzewitsch, vertreten, berichtet RT. Auch in der Türkei gebe es Vermutungen über Verbindungen des Attentäters in die USA und die Golfregion.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Nato-Geheimdienste dahinter stecken. Das ist eine Provokation, eine echte Herausforderung für Russland“, sagte der russische Diplomat Klinzewitsch, laut RT.

Karlov, der russische Botschafter, wurde am Montag von einem ehemaligen türkischen Polizeibeamten in einer Kunstgalerie in Ankara erschossen. Der Angriff erschütterte die internationale Gemeinschaft.

Der russische Staatschef Wladimir Putin aber auch sein Amtskollege Recep Tayyip Erdogan vermuten, dass der Westen hinter dem Mord stecken könnte. Beide Regierungen verurteilten den Anschlag als gegen ihre Annäherung gerichtete „Provokation“ und betonten, noch enger im Kampf gegen den Terror kooperieren zu wollen.

Obwohl die beiden Staatschefs im Syrien-Krieg unterschiedliche Seiten unterstützen, hatten sich Ankara und Moskau zuletzt angenähert.

„Wir sind uns einig, dass dieser hinterhältige Angriff eine offene Provokation ist, die die türkisch-russischen Beziehungen treffen soll“, sagte Erdogan bei der Eröffnung des neuen Eurasien-Tunnels unter dem Bosporus, der in Istanbul erstmals Europa und Asien durch eine unterirdische Straße verbindet.

Die Niederlage des Westens in Aleppo

Dem syrischen Machthaben Baschar al-Assad gelang es mit Hilfe Russlands und dem Iran, die Rebellen und Terroristen in Ost-Aleppo zu besiegen. Die einstige Wirtschaftsmetropole ist eine strategisch wichtige Stadt für die syrische Regierung.

Seit Beginn des Syrien-Krieges in 2011, versucht der Westen Assad zu stürzen. Dieser Plan ist vorerst gescheitert.

Der Angriff auf den russischen Botschafter erfolgte nur einen Tag vor dem trilateralem Treffen am Dienstag in Moskau. Russland, die Türkei und Iran verhandeln in Moskau einen Frieden für Syrien.

Die Befreiung Aleppos durch die syrische Regierung hat in Berlin Unmut ausgelöst. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), ließ am Sonntag verlauten, dass es mit Assad keinen Frieden gebe.

Dem RT-Bericht zufolge herrscht in Berlin nun die Angst, dass Damaskus, Moskau und Ankara ein eigenes Friedensabkommen aushandeln könnten.

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