Saudi-Arabien ruft Landsleute zum Verlassen des Libanons auf – droht ein Krieg?

Saudi-Arabien hat seine Landsleute aufgerufen, den Libanon möglichst rasch zu verlassen. Erst vor wenigen Tagen hatte der libanesische Regierungschef Saad Hariri von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt erklärt.

Saudi-Arabien hat seine Landsleute am Donnerstag aufgerufen, den Libanon möglichst rasch zu verlassen. Die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA meldete unter Berufung auf Informationen aus dem Außenministerium, die Saudiaraber seien zudem aufgefordert worden, wegen der „Lage“ im Libanon nicht dorthin zu reisen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der libanesische Regierungschef Saad Hariri von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt erklärt.

Der Iran hatte Saudi-Arabien nach dem Rücktritt Hariris vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten des Libanon einzumischen und Hariri zum Rücktritt gezwungen zu haben. Hariri hatte seinen Rücktritt vor allem mit einer Gefahr für sein Leben begründet.

Dem Iran und der schiitischen Hisbollah-Miliz warf der sunnitische Politiker vor, im Libanon einen „Staat im Staat“ geschaffen zu haben. Seither verstärkten sich die Spannungen zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien noch zusätzlich.

Die saudiarabische Generalstaatsanwaltschaft teilte unterdessen mit, dass im Zuge der jüngsten Antikorruptionskampagne mehr als 200 Verdächtige festgenommen worden seien. Die Kampagne richtete sich auch gegen eine ganze Reihe von Mitgliedern des Königshauses und der Regierung.

Durch Korruption und Unterschlagung sollen dem Königreich in mehreren Jahrzehnten geschätzt mindestens  100 Milliarden Dollar (86,1 Milliarden Euro) verloren gegangen sein, gab die Generalstaatsanwaltschaft weiter bekannt.

Die Festnahmen waren unmittelbar nach der Einsetzung einer Anti-Korruptions-Kommission unter Leitung des Kronprinzen Mohammed bin Salman erfolgt. Der Kronprinz gilt bereits als De-facto-Herrscher Saudi-Arabiens. Er dürfte das Ziel haben, bis zu seiner endgültigen Machtübernahme alle Widersacher aus dem Weg zu räumen. (afp)

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