SED-Opfer über „Karl-Marx-Denkmal“: Was kümmern schon Millionen Opfer – ermordet von „Marxistischer” Partei – wenn die Dollars stimmen?

"Da haben die Augen geglänzt, bei den 42 Kommunalpolitikern die sich vehement für das „Danaer-Geschenk“ der kommunistischen Partei Chinas, einen „Riesen-Marx“, einsetzten, denn in Gedanken zählten sie schon all die Dollars, die von den Touristen aus Fernost in Trier in Zukunft ausgegeben werden. Was kümmern da die paar Millionen Menschen, die von dieser „Marxistischen“ Partei ermordet wurden...", schreibt ein ehemaliger politischer Häftling der Marxistisch-Leninistischen SED-Diktatur in einem Leserbrief.

Die Volksrepublik China will Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx eine über sechs Meter hohe Statue schenken. Anfang der Woche wurde der Schenkung im Stadtrat mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) rät den Bürgern von Trier daran zu denken, dass im Namen von Karl Marx Dutzende von Diktaturen errichtet worden sind, die die Freiheit der Bürger mit Füßen getreten haben. Diese Diktaturen haben Millionen von Menschenleben gefordert.

Die Volksrepublik China verletzt jeden Tag Menschenrechte. Dissidenten werden verhaftet, Christen und andere Religionsgemeinschaften verfolgt, die Meinungsfreiheit wird unterdrückt.

„Wenn die Stadträte von Trier meinen, millionenfache Verbrechen im Namen des Marxismus-Leninismus ehren zu wollen, dann ist das ihr demokratisches Recht. Für die Opfer der Verbrechen, die auf den geistigen Urheber Karl Marx zurückgehen, ist dieser Vorgang nur als respektlos und menschenverachtend zu bezeichnen. Während kommunistische Vorbilder wie Karl Marx in Deutschland durch das Aufstellen von Standbildern geehrt werden, warten die Opfer des Kommunismus vergeblich auf ein Mahnmal. Das Verhalten des Trierer Stadtrates ist dekadent und abstoßend,“ sagt Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der UOKG.

Leserbrief zu chinesischem „Karl-Marx-Denkmal“ in Trier

Alexander W. Bauersfeld ist ein ehemaliger politischer Häftling der Marxistisch-Leninistischen SED-Diktatur und kritisiert in einem Leserbrief das „Geschenk“ aus China scharf:

„Da haben die Augen geglänzt, bei den 42 Kommunalpolitikern die sich vehement für das „Danaer-Geschenk“ der kommunistischen Partei Chinas, einen „Riesen-Marx“, einsetzten, denn in Gedanken zählten sie schon all die Dollars, die von den Touristen aus Fernost in Trier in Zukunft ausgegeben werden. Was kümmern da die paar Millionen Menschen, die von dieser „Marxistischen“ Partei ermordet wurden und da kann man auch schnell mal die Toten vom „Platz des Himmlischen“ Friedens in Peking 1989 vergessen. Die Moral über die Klinge springt, wenn das Geld im Katen klingt.

Ich erinnere mich gut, wie es in den Vernehmerräumen des Staatssicherheitsdinestes der marxistisch-leninistischen SED aussah, da hingen doch die Bilder und Sprüche von Marx, während gefoltert wurde, natürlich ohne körperliche Spuren. Weiße Folter, ganz filigran, bösartig und ein Leben lang Wirksam, mit Wunden auf der Seele. Ideologen in aller Welt, berufen sich bis heute auf den Mann, der als Schreibtisch-Täter das „Gespenst des Kommunismus“ mit furchtbaren Folgen in die Welt setzte.

Verharmlosen aller Länder vereinigen sich bis heute, um von dem grandiosen Philosophen zu schwärmen, der selbst in evangelischen Akademien und bei Kardinälen „hoffähig“ geworden ist. Nein, mit den Verbrechen des Marxismus hat dieser Mann nichts zu tun, genau wie doch Hitler nur die Autobahnen baute, „wenn das der Führer wüßte …“

Dem Putschisten Lenin, der mit seinen terroristischen Genossen vor 100 Jahren eine demokratisch gewählte Regierung in Russland stürzte, wird Begriff des „nützlichen Idioten“ zugeschrieben. Er meinte Menschen, die naiv oder als intellektuelle Spinner, die kommunistische Ideologie unterstützen, ohne zu bedenken, dass sie damit dem Terror dienen. Zu diesen Typen gehören die 42 Trierer Ratspoliger nun auch.“ (so)

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