So organisiert ist der IS: Abteilung für „Sklaven“, „Ölhandel“ und „Kriegsbeute“

Die IS/Daesh-Terroristen sind gut organisiert. Die Strukturen innerhalb des Islamischen Staates könnten mit "Regierungsabteilungen" verglichen werden. Diese Informationen gehen aus Dokumenten hervor, die von US-Militärs in Syrien sichergestellt wurden.

Der Daesh (Islamischer Staat, IS) ist strukturiert und professionell organisiert. Nach Angaben von US-Militärs hat die Terrorganisation Abteilungen in denen sie verschiedene Bereiche verwaltet. Der IS habe ein Ressort für "Kriegsbeute", "Ölhandel" und sogar für "Sklaven" soll es eine eigene Abteilung geben. 

Die USA gewann diese Erkenntnisse aus Dokumenten, die von US-Militärs während einer Syrienoperation im Mai sichergestellt werden konnten. Daraus wurde die hierarchische Bürokratie innerhalb der Terrororganisation ersichtlich, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Die Unterlagen würden einen Einblick in die komplexe Bürokratiemaschinerie innerhalb des Daseh geben. Mit ihrem angelegten System könnten die Anführer der Dschihadisten-Miliz ihre Mitglieder und die Einkommensströme, die durch gestohlenes Öl, gestohlene Antiquitäten, Drogenhandel und Organhandel erzielt werden, genau überwachen.

Diese Dokumente würden das "Level der Bürokratisierung innerhalb der Organisation" zeigen, sagte Brett McGurk, Barack Obamas Sondergesandte für die US-geführte Anti-IS-Koalition, gegenüber Reuters.

Die IS-"Regierungsabteilungen"

Die Strukturen innerhalb des Daseh könne man mit Regierungsabteilungen vergleichen, so der US-Beamte. Demnach gebe es eine Abteilung für den "Handel mit natürlichen Ressourcen" und der "Förderung von Antiquitäten aus historischen Stätten". Eine weitere Abteilung kümmere sich um "Kriegsbeute", einschließlich der "Sklaven".

Im August letzten Jahres griff der Daesh Sanjar an. In der Stadt leben mehr als 400.000 syrische Izadi Kurden. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden mehr als 5.000 Izadi Männer während des Überfalls ermordet. Rund 7.000 Frauen und Mädchen wurden gefangen genommen.

Die Terrorgruppe hat bisher mehr als 250 Millionen US-Dollar Lösegeld von verzweifelten Izadi Familien erhalten. Dafür ließ der Daesh 250 gekidnappte Frauen und Kinder wieder frei, berichtet die britische Tageszeitung The Express.

Die Dokumente zeigten auch, dass die Terrorgruppe ihren Öl- und Gassektor "sorgfältig und datenorientiert" verwaltet. 

Eines der Dokumente offenbarte auch dem vom IS betriebenen Organhandel. (Siehe: Sichergestellte Dokumente belegen: Daesh tötet Gefangene für Organe)

Die von verschiedenen Staaten unterstützte Terror-Miliz schaffte es bereits, große Teile im Irak, in Syrien und in Libyen einzunehmen. Die Menschen in diesen Regionen werden von den IS-Kämpfern terrorisiert. Die Dschihadisten schrecken auch vor den abscheulichsten Verbrechen nicht zurück. (so) 

Siehe auch:

Öl-Preis und Nigeria-Massaker: Beim Thema ISIS geht´s nur ums Öl