Syrien: Assad warnt Türkei und Saudi-Arabien vor Entsendung von Bodentruppen

Das syrische Staatsoberhaupt warnt die Türkei und Saudi Arabien davor Bodentruppen in sein Land auszusenden. Die Eindringlinge würden gleich behandelt werden wie die Terroristen.

Der syrische Führer Baschar al-Assad spricht sich mit klaren Worten gegen eine Entsendung von Bodentruppen nach Syrien aus. "Niemand hat das Recht, in Syrien zu intervenieren – das wäre eine Verletzung des Völkerrechts," sagte Assad zu dem Vorhaben der Türkei und Saudi Arabien Bodentruppen zu entsenden, berichtet "Sputniknews". 

Sollten diese Länder unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung Bodentruppen nach Syrien ausschicken, so würden die Syrer ihre Heimat verteidigen, so Assad weiter. "Wenn das passiert, werden wir sie als Terroristen behandeln."

Die syrische Führung beschuldigt die türkische Regierung schon seit langem Terrorgruppen wie den "Islamischen Staat" zu unterstützen. Die Türkei würde es Anti-Regierungskämpfern ermöglichen nach Syrien einzureisen. "Die Türkei ist von Anfang an in Syrien involviert," so Assad. 

Der syrische Bürgerkrieg begann im Jahre 2011. Seit dem kämpfen Oppositionsgruppen gegen die syrischen Regierungstruppen. Aber auch die Opposition bekämpft sich teilweise gegenseitig. Die mächtigste Gruppe ist der "Islamische Staat", auch IS oder Daesh genannt, der laut Kritikern von einigen westlichen Ländern und Saudi Arabien finanziell unterstütz wird. Aber auch die al-Nusra-Front konnte ihre Macht in den vergangenen Jahren weiter ausbauen. Der Daesh schaffte es in nur wenigen Jahren weite Teile Syriens, aber auch dem Irak und Libyen, unter seine Kontrolle zu bringen.

Durch die russische Intervention auf Bitten Assads, die Ende September 2015 begann, konnten verschiedene Rebellengruppen in mehreren syrischen Regionen erfolgreich zurückgedrängt werden. 

Die Türkei und der Daesh 

Die an Syrien grenzende Türkei steht dem Vorwurf gegenüber mit dem Daesh in Ölgeschäfte verwickelt zu sein. Das von den Terroristen gestohlene Rohöl soll über türkisches Territorium ungehindert in Drittländer fließen. Dies bestätigen russische Drohnenaufnahmen, die Tankwagen-Kolonnen an der Grenze gefilmt hatten. Als Gegengeschäft soll die Türkei den IS mit Kämpfern beliefern. Zumindest heißt es das von Seiten der Russen.  

Die Aggression in den türkisch-syrischen Grenzgebieten nimmt seit Tagen ständig zu. Dabei versucht die Türkei die Kurden, die gegen den Daesh kämpfen, in Schach zu halten. Ankara fürchtet, dass die Kurden an Gebiet gewinnen und einen eigenen Staat ausrufen könnten. (so)