Syrische Armee vertreibt IS aus Deir Essor – Die letzte Terror-Hochburg im Osten Syriens ist gefallen

Die syrische Armee hat die Ölstadt Deir Essor eingenommen. Dank starker Luftunterstützung durch Russland sei dies gelungen, heißt es.

Das syrische Staatsfernsehen hat die vollständige Einnahme der Stadt Deir Essor durch die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad verkündet.

Die Armee habe nach eigenen Angaben die „komplette Kontrolle“ über die ostsyrische Stadt erlangt, berichtete das Staatsfernsehen am Freitag. Bereits am Donnerstagabend hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärt, mit Unterstützung der russischen Luftwaffe sei die Stadt aus den Händen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert worden.

Syrische Truppen waren im September nach Deir Essor vorgerückt, die Hauptstadt der gleichnamigen ostsyrischen Provinz an der Grenze zum Irak. Die vollständige Rückeroberung ist ein weiterer Rückschlag für die IS-Dschihadisten. Die ölreiche Provinz liegt an der Grenze zum Irak.

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Wochen weiter an Boden verloren. In Syrien ist er auf ein Gebiet am Euphrat und die umliegende Wüste zurückgedrängt. Im benachbarten Irak wurden die Islamisten bereits im Sommer aus ihrer Hochburg Mossul vertrieben. Dabei kam es zu Massakern, hieß es in einem Bericht der Vereinten Nationen. Die IS-Extremisten hätten während der Schlacht um Mossul 741 Zivilisten exekutiert, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Donnerstag in Genf mit. Viele Opfer seien auf der Flucht erschossen worden. Der IS habe in Mossul eine Herrschaft des Schreckens errichtet, der niemand habe entkommen können.

Russland will UN-Bericht zu Giftgasangriff in Syrien zurücknehmen lassen

Unterdessen will Russland erwirken, dass die Vereinten Nationen einen Bericht zu einem angeblichen Giftgasangriff in Syrien zurücknehmen und neu anfertigen lassen. Der Nachrichtenagentur AFP lag am Donnerstag ein russischer Resolutionsentwurf für den UN-Sicherheitsrat vor, der vom Ermittlerteam verlangt, seine Erkenntnisse zum Angriff auf Chan Scheichun im April zurückzunehmen, bis eine „umfassende und hochqualitative Ermittlung“ vor Ort möglich werde.

Die UN-Experten hatten die Streitkräfte der mit Russland verbündeten syrischen Regierung für den tödlichen Angriff verantwortlich gemacht. Angeblich gab es einen Giftgasangriff auf die von Terroristen gehaltene nordwestsyrische Ortschaft Chan Scheichun, bei dem am 4. April mehr als 80 Menschen getötet wurden.

Das Gutachten zu dem Angriff auf die Ortschaft Chan Scheichun sei „sehr oberflächlich, unprofessionell und amateurhaft“, sagte der Leiter der Sicherheitsabteilung im russischen Außenministerium, Michail Uljanow, bereits zuvor am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Moskau. Die UN-Ermittler hatten sich bei ihrem Gutachten auf Zeugenaussagen, Videomaterial, Fotos, Satellitenbilder sowie Proben aus Chan Scheichun gestützt.

Die Experten hätten ihre Ermittlungen „aus der Distanz“ geführt, kritisierte Uljanow. Dies sei ein „Skandal“. Das Ermittlerteam hätte stattdessen eingestehen müssen, „dass es unmöglich ist, unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Untersuchung auszuführen“. In dem Resolutionsentwurf forderte Russland nun allerdings, „so schnell wie möglich“ ein Team nach Chan Scheichun zu schicken.

Der Resolutionsentwurf wurde an die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates geschickt. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass die drei ständigen westlichen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, USA, Frankreich und Großbritannien, dem Resolutionsentwurf Russlands zustimmen werden; schließlich bewerten sie das Ermittlerteam als professionell, unparteiisch und unabhängig.

Das Weiße Haus verurteilte die Kritik aus Moskau an dem Gutachten. Sie zeige den „vollständigen Mangel an Respekt für internationale Normen“, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders.

Die UN-Ermittler sind Teil des sogenannten Gemeinsamen Untersuchungsmechanismus (Joint Investigative Mechanism, JIM), der vor zwei Jahren nach mutmaßlichen Chlorgasangriffen auf syrische Dörfer eingesetzt wurde. An der Einsetzung von JIM war neben der UNO auch die in Den Haag ansässige Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) beteiligt. JIM läuft im November aus; in dem russischen Resolutionsentwurf wird eine Verlängerung von sechs Monaten gefordert. Erst Ende Oktober hatte Moskau mit seinem Veto eine einjährige Verlängerung der Mission verhindert.

Die syrische Regierung bestreitet jegliche Verwicklung in einen Giftgasangriff. (afp/dpa/so)

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