Trittin: Trump hatte für Angriff auf Syrien innenpolitische Gründe – Damaskus bezeichnet Angriff als „dumm und unverantwortlich“

US-Präsident Donald Trump hat erstmals seit sechs Jahren Krieg in Syrien, das syrische Militär direkt bombardieren lassen. Die Konsequenzen dieses Angriffs sind noch nicht abzusehen.

Die Führung in Damaskus hat den US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt als „dumm und unverantwortlich“ verurteilt. Das Verhalten Amerikas offenbare nur dessen „Kurzsichtigkeit und politische und militärische Blindheit für die Realität“, erklärte das Büro von Machthaber Baschar al-Assad am Freitag.

Die USA hatten als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien in der Nacht zu Freitag die Al-Schairat-Basis attackiert.

Trittin: Trump hatte für Angriff auf Syrien innenpolitische Gründe

Nach Ansicht des Grünen-Politikers Jürgen Trittin hatte der Angriff von US-Präsident Trump auf Syrien vor allem innenpolitische Gründe.

„Ich glaube, hier haben weniger völkerrechtliche Gründe eine Rolle gespielt als der Umstand, dass Donald Trump den ganzen Wahlkampf über Barack Obama als Weichei dargestellt hat“, sagte Trittin im Deutschlandfunk.

Trump sei „auf allen Kanälen“ massiv unter Druck geraten, Unterschiede zu seinem Vorgänger zu demonstrieren. Völkerrechtlich sei die Lage „außerordentlich fragil und schwierig“, sagte der Außenpolitiker.

Die Bundesregierung hingegen rechtfertigte den US-Luftangriff. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gab in einer gemeinsamen Erklärung mit Frankreichs Präsident François Hollande Assad die „alleinige Verantwortung für diese Entwicklung“.

Ähnlich äußerte sich Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte, Washington habe mit der „nötigen Entschlossenheit auf die barbarischen Chemiewaffenangriffe“ reagiert. (dpa/afp)

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