Trump greift durch: Kampf gegen illegale Einwanderung ausgeweitet – Unbegleitete Minderjährige in Visier

Jeder, der Schlepper bezahlt, um minderjährigen Kinder in die USA zu schmuggeln, wird nun verhaftet. US-Präsident Trump dehnt den Kampf gegen illegale Einwanderung aus.

Die US-Regierung will härter gegen „Sponsoren“ – Eltern, Verwandte oder Freunde – vorgehen, die Schlepper bezahlen, um minderjährigen Kinder in die USA zu schmuggeln.

Eine neue Initiative der US-Regierung will dem Menschenschmuggel den Garaus machen. Das umfasst auch die „Sponsoren“ der unbegleiteten Minderjährigen – sie sollen identifiziert und verhaftet werden, ließ das US-Heimatschutzministerium am Donnerstag verlauten, berichtet das Nachrichtenportal „Business Insider“.

Einnahmequellen von transnationalen Verbrecherorganisationen und Menschenschmugglern versiegeln

Kinder, deren „Sponsoren“ verhaftet wurden, sollen bei Verwandten oder in Pflegefamilien untergebracht werden. Diese werden von der Behörde „Office of Refugee Resettlement“ (ORR) gründlich überprüft. Oder sie kommen in die Obhut der ORR, die das Sorgerecht für unbegleitete Minderjährige übernimmt, meinte die Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums, Sarah Rodriguez.

„Das Heimatschutzministerium möchte die Migrantenrouten in ihrer Gänze zerschlagen, die von transnationalen Verbrecherorganisationen und Menschenschmugglern benutzt werden“, sagte Rodrigez.

„Die Sponsoren, die die Kinder direkt in Gefahr gebracht haben, indem sie sie gewalttätigen Verbrecherorganisationen anvertrauten, werden zur Rechenschaft gezogen“,  kündigte die Sprecherin des Ministeriums an.

Seit Oktober 2013 wurden fast 170.000 unbegleitete Minderjährige in Obhut übergeben

Das Vorgehen der Trump-Administration steht im krassen Gegensatz zur Politik seines Vorgängers. Unter Obama flohen Zehntausende Jugendliche vor den Banden- und Drogenkriegen in Honduras, Guatemala and El Salvador.

Im Gegensatz zu erwachsenen Migranten, genießen unbegleitete Minderjährige einen Sonderstatus. Nach ihrem Grenzübertritt kommen sie nicht in Auffanglager, sondern werden zu ihren sogenannten Sponsoren im ganzen Land gebracht.

Das sind idealerweise Eltern, nahe Verwandte oder Freunde der Familie, die für die Minderjährigen sorgen, während diese zur Schule gehen und ein Bleiberecht vor dem Einwanderungsgericht erstreiten.

„Es ist unvorstellbar grausam, diejenigen – meistens Eltern – zu verhaften, die die unbegleiteten Kinder während ihres Einwanderungsverfahrens sponsorn“, beklagte die Präsidentin der NGO „Kids in Need of Defense“, Wendy Young laut „Business Insider“.

„Ohne Versorger werden viele dieser Kinder in kostspieligen Auffanglagern dahinvegetieren oder in Pflegefamilien untergebracht, was den Staat viel Geld kosten wird“, so Young.

Seit Oktober 2013 wurden fast 170.000 unbegleitete Minderjährige in die Obhut ihrer Sponsoren in allen 50 Staaten der USA übergeben. Viele warten noch auf einen Gerichtstermin, so die offiziellen Zahlen.

Jugendliche von Menschenhändlern zu Sklavenarbeit verdonnert

Die US-Heimatschutzbehörde startete ihr neues Vorgehen, nachdem drei Zwischenfällen bekannt wurden, in denen unbegleitete Minderjährige in Texas verletzt, sexuell missbraucht oder in LKWs eingesperrt wurden.

Die Behörde geriet 2015 selbst in Kritik, nachdem eine Untersuchung der „Associated Press“ und des US-Kongresses herausfand, dass die Behörde die Sponsoren nicht gut genug überprüfte.

Mehr als zwei Dutzend Jugendliche in staatlicher Obhut, darunter sechs Jugendliche aus Guatemala wurden zur Arbeit auf einem Eierhof in Ohio gezwungen. Die Behörde hatte sie an Menschenhändler übergeben, die sich als Verwandte ausgaben. Sie ließen die Jugendlichen wie Sklaven auf dem Hof arbeiten und in maroden LKW-Anhängern wohnen, wie die Zeitung „The Guardian“ berichtete.

Die Behörde führte danach einige Reformen ein, um die Jugendlichen besser zu schützen. Doch es hagelte wieder Kritik, nachdem unbegleitete Minderjährige von einigen Banden wie der „Mara Salvatrucha“ in den USA rekrutiert wurden, wie die englischsprachige EPOCH TIMES vor zwei Wochen berichtete.

Klares Signal an unbegleitete Minderjährige

Der Kampf gegen die illegale Einwanderung ist eines der wichtigsten Wahlversprechen von Donald Trump.

Einer der Mitarbeiter des Justizministeriums unter Barack Obama, Leon Fresco, meinte, dass Trumps jüngster Beschluss wahrscheinlich vor Gericht landen werde. Doch sende es ein klares Signal an die Jugendlichen, die illegal in die USA kommen möchten.

„Es sendet ein Signal an die jungen Leute, die die Grenze überqueren möchten, dass sie es besser nicht tun sollten. Oder ihre Verwandten riskieren ein Abschiebungsverfahren“, meinte Fresco. (as)