Geld gestrichen: Trumps erste Tat gegen Abtreibung

US-Präsident Donald Trump hat ein erstes Wahlversprechen wahr gemacht: Er strich der Organisation „Planned Parenthood International“ sämtliche Subventionen. Ein Schritt den die einen bejubeln und andere verurteilen.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag per Dekret sämtliche Subventionen für die Organisation „Planned Parenthood International“ gestrichen – damit werden Abtreibungen und Abtreibungsberatungen der Organisation im Ausland ab sofort nicht mehr mit US-Steuergeldern unterstützt. Betroffen sind davon Aktivitäten in anderen Ländern und Entwicklungsländern.

In den USA selbst erhält die Organisation, die offiziell ein Non-Profit-Konzern ist, weiterhin Gelder aus der US-Steuerkasse. Dies kann nur durch eine Gesetzesinitiative geändert werden, die laut „Zeit“ im Kongress anhängig ist.

Trumps Pressesprecher Sean Spicer sagte am Montag in einer Pressekonferenz wörtlich: „Der Präsident hat völlig klar gemacht, dass er ein ‚Prolife-Präsident‘ ist“, er „steht für alle Amerikaner ein, auch für die ungeborenen“, berichtete „Kath.net“.

Trump hatte angekündigt, die Subventionen für „Planned Parenthood“ vollständig streichen zu wollen – weil die Organisation Abtreibungen durchführe und er selbst „absolut Pro-Life“ sei. Dass der Anbieter „Millionen Frauen“ beim Thema Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs helfe, stellt er nicht in Abrede. Wegen des Abtreibungs-Geschäfts wolle er jedoch die Zuschüsse streichen, sagte Trump schon im Februar 2016 in einer Wahlkampf-Talkrunde auf CNN.

Jährlich 500 Millionen Dollar

„Planned Parenthood“ vermarktet sich selbst als „Gesundheitsanbieter“ für Frauen und „Sexualberater“ für Teenager und bekam bislang jährlich rund 500 Millionen US-Dollar vom Staat. Die Organisation betreibt in den USA 700 Gesundheitszentren und Kliniken und ist die Nr. 1 der Abtreibungs-Konzerne. Über 300.000 Abtreibungen werden dort jährlich durchgeführt.

Die dunkle Seite von „Planned Parenthood“

Im Sommer 2015 war durch ein Enthüllungsvideo ans Licht gekommen, dass „Planned Parenthood“ im großen Stil mit Körperteilen abgetriebener Babys handelt. Abtreibungs-Gegner hatten sich als Kaufinteressenten von menschlichem Fötalgewebe ausgegeben und ihr Gespräch mit einer Abtreibungsärztin heimlich gefilmt.

Die Selbstverständlichkeit, mit der sie beim Mittagessen über das Zerquetschen ungeborener Embryonen mit der Zange sprach, schockierte. Es folgte ein öffentlicher Aufschrei und das Versprechen mehrerer republikanischer Präsidentschaftskandidaten, der Organisation die staatlichen Subventionen zu entziehen. „Planned Parenthood“ sprach dagegen von „unerhörten und vollständig unwahren Vorwürfen“.

Dass „Abtreibung der lukrativste Teil der Tätigkeiten von ‚Planned Parenthood‘ ist“, hatte Aussteigerin Abby Johnson bereits im Jahr 2009 an die Öffentlichkeit gebracht. Um Beratungen zum Schutz des Lebens gehe es gar nicht mehr, man habe Zahlen zu erfüllen. Johnson hatte acht Jahre lang in einer Abtreibungsklinik des Konzerns gearbeitet, bis sie den Tod eines ungeborenen Babys live im Ultraschallbild sah.

Laut „LifeSiteNews“ hatte „Planned Parenthood“ im Jahre 2006 mit 289.650 Abtreibungen über eine Milliarde US-Dollar umgesetzt und daraus einen Gewinn von 112 Millionen Dollar erwirtschaftet. Offiziell ist es ein „Non-Profit-Konzern“. Der CEO von „Planned Parenthood“ hatte 20 Millionen Dollar Wahlkampfspenden für Hillary Clinton gesammelt, berichtete „Lifenews.com“.

In Deutschland existiert „Planned Parenthood“ unter dem Namen „pro familia“ und wird „durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert“.

Siehe auch:

Und ich dachte: Es kämpft um sein Leben“

Enthüllungsvideo: So treibt größter US-Abtreibungs-Konzern illegal Handel mit Baby-Körperteilen