Trumps Lauschangriff-Vorwurf bestätigt – Geheimdienst: Mitarbeiter des US-Präsidenten „zufällig“ belauscht

Der republikanische Ausschussvorsitzende Devin Nunes teilte mit, dass in den Wochen zwischen Wahl und Antritt der neuen US-Regierung die Kommunikation von Mitgliedern des Trump-Teams abgefangen worden sei.

Die Lauschangriff-Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump gegenüber der Vorgängerregierung haben sich nun bestätigt. Dies belegen neue Informationen aus dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses.

Der Präsident fühle sich durch diese Angaben, wonach die Kommunikation von Trump-Mitarbeitern von den Geheimdiensten abgefangen worden sind, ins Recht gesetzt, sagte er am Mittwoch in Washington auf eine entsprechende Frage von Journalisten. Er wisse sehr zu schätzen, dass diese Dinge nun herausgefunden worden seien, fügte der Präsident hinzu.

Der republikanische Ausschussvorsitzende Devin Nunes hatte zuvor mitgeteilt, dass in den Wochen zwischen Wahl und Antritt der neuen Regierung die Kommunikation von Mitgliedern des Trump-Teams abgefangen worden sei.

Die Trump-Mitarbeiter seien „zufällig“ belauscht worden, sagte Nunes – was bedeute, dass sie nicht das eigentliche Ziel der Lauschangriffe waren.

Die Informationen aus diesen Ausspähungen hätten sich dann innerhalb von Geheimdienstkreisen weit verbreitet, sagte der Ausschussvorsitzende. Er äußerte den Verdacht, dabei sei gegen die Vorschrift verstoßen worden, dass als Nebenprodukt von Bespitzelungen erhaltene Informationen über US-Bürger in den internen Berichten geschwärzt oder gelöscht werden müssen.

Nunes äußerte sich nicht dazu, ob womöglich auch Kommunikation von Trump selbst abgefangen wurde. Er betonte aber, die Überwachungsaktionen hätten nichts mit den Ermittlungen zu Moskau-Verbindungen des Trump-Wahlkampfteams zu tun gehabt.

Das FBI untersucht seit dem vergangenen Jahr mutmaßliche russische Hackerangriffe auf die US-Demokraten im Wahlkampf, die potenziell Trump begünstigten. Dabei geht die Bundespolizei auch dem Verdacht nach, es könnte illegale Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der russischen Seite gegeben haben. Dies hatte FBI-Chef James Comey am Montag bei einer Anhörung durch den von Nunes geleiteten Ausschuss mitgeteilt.

Trump seinerseits erhob Anfang März die Anschuldigung, sein Vorgänger Barack Obama habe ihn während der Kampagne für die Präsidentschaftswahl am 8. November 2016 im New Yorker Trump Tower abhören lassen. (afp/so)