TV-Duell – Clinton: „Gut, dass Trump nicht regiert“ – Trump: „Weil Sie dann im Gefängnis wären!“

Eine harte Schlammschlacht lieferten sich Hillary Clinton und Donald Trump: Im zweiten TV-Duell des US-Wahlkampfs verteidigten beide Kandidaten ihr bekanntes Image samt Standpunkten. Im Facebook-Livestream flogen überwiegend wütende Smileys durchs Bild ... Interessant waren die Publikumsfragen. Das Protokoll.

Zu Beginn erklärten die Moderatoren Martha Raddatz (ABC) und Anderson Cooper (CNN) die Spielregeln: Jeder Kandidat hatte zwei Minuten Zeit zum Antworten, das Publikum durfte circa die Hälfte aller Fragen stellen. Die Zuschauer waren vom Gallup-Institut ausgesucht – Leute, die selbst nicht politisch aktiv und noch unentschlossene Wähler waren. Die Publikumsfragen seien vor dem Duell geheim gewesen …

3:04  Die erste Frage geht um Erziehungwie könne man Kindern erklären, was teilweise hier im Präsidentschaftswahlkampf passiert sei und Vorbilder etablieren? Clinton erklärt, dass sie die Präsidentin für alle Amerikaner sein möchte, deshalb sei ihre Kampagne auch „Stronger Together“ – „Zusammen sind wir stärker“. Nun antwortet Trump, der auch das Ziel seiner Kampagne vorstellt („Make America great again“). Er sei in die Politik gegangen, weil es ihm gereicht habe, welche Chancen in Amerika verschenkt würden – einem Land mit so großem Potential. Trump adressiert gleich mal die Afro-Amerikaner und die Latinos.

Der Moderator meint gleich, Trump sei ja wohl kein Vorbild – dass was er da in dem Video erzählt habe, sei strafrechtlich relevant: „Frauen ohne deren Zustimmung küssen und an die Genitalien greifen ist kriminell“. Er fragt ob Trump das Beschriebene mal getan habe …

Trump erklärt, er habe großen Respekt vor Frauen – und dann flechtet er nebenbei ein – nein, er habe so etwas nicht getan – und er betont, dass er vor allem ISIS besiegen wolle. Und dass er starke Grenzen und sichere Innenstädte haben wolle, auch um die Frauen zu schützen. Das im Skandal-Video Gesagte sei „locker room talk“ gewesen, wörtlich ein „Umkleidekabinen-Gespräch“.

Clinton erzählt, dass Trump ja ständig Frauen beleidigt habe und beleidige – im Fernsehen, auf Twitter etc. Er sei „ungeeignet“ Präsident zu sein – sie betont, das was sie eben schon sagte: „Wir sind großartig, weil wir gut sind. Wir werden zusammenarbeiten und wir werden unsere Vielfalt feiern.“ Deshalb sei sie die richtige Präsidentin. Und das nun herausgekommene Video von Trump zeige ihn einfach so, wie er wirklich ist.

+++ Moderatorin: Das Trump-Video ist aktuell die größte Story des Wahlkampfs auf Facebook.+++

Wann habe ihn der Wahlkampf verändert, wie er sagte? Erst vor zwei Tagen oder schon vorher?

Trump entschuldigt sich nochmal. Dann kommt er auf die sexuellen Attacken zu sprechen, die mehrere Frauen durch Bill Clinton erlitten haben, darunter eine junge Dame, die erst 12 war, als es ihr passierte. Sie sei heute Abend hier. (Applaus)

Clinton meint, Trump habe sich nie bei irgendjemand entschuldigt, sie bringt noch mal sämtliche Skandale der letzten Wochen hoch, auch die Eltern des muslimischen gefallenen Soldaten und die „rassistische Lüge“, dass Obama angeblich nicht in den USA geboren sei. Trump schulde dem ganzen Land eine Entschuldigung. (Applaus)

Trump: „Falls ich gewinne, dann werde ich einen speziellen Ermittler einsetzen, um die Sachlage um Hillary Clinton zu untersuchen. Denn es gab niemals jemanden, der mehr Lügen verbreitet hat. Wenn ich da draußen rede, dann sind die Leute da draußen alle wütend – Leute, die zum Beispiel jahrzehntelang für den FBI gearbeitet haben, sie sind wütend. Denn anderer Leute Leben wäre zerstört, wenn sie nur ein Fünftel von dem getan hätten, was Sie getan haben.“

+++ Clinton: „Gut, dass jemand mit Donald Trumps Temperament nicht dem Justizsystem unseres Landes vorsteht.“

Trump: „Weil Sie dann im Gefängnis wären.“ +++

(Publikum johlt und applaudiert und wird um Schweigen gebeten.)

Clinton sagt, es gebe keinen Beweis, dass irgendwer ihre Emails auf dem umstrittenen Privatserver gehackt und Informationen gestohlen habe und das diese in die falschen Hände gelangt seien.

Nun wird das Thema auf „Obamacare“ gebracht, dessen Beiträge am explodieren seien. Clinton möchte die Beiträge senken. Sie lobt „Obamacare“ und verspricht, es zu verbessern. Denn nicht alles an Obamacare sei schlecht.

Trump über Obamacare: Es sei viel zu teuer – nicht nur für die Versicherten, sondern auch für das Land. Obamacare sei ein Desaster. Hillary Clinton habe es aber vorangetrieben und wolle es nun auch noch auf „Single Payer“ umstellen. Es müsse ersetzt werden mit etwas Effektiverem, viel Günstigerem.

Bernie Sanders sagte, Hillary Clinton habe ein sehr schlechtes Urteilsvermögen. Das mit Obamacare sei nun ein sehr gutes Beispiel dafür, wirft Trump ein, nachdem sie noch mal Obamacare lobt und verteidigt.

3:45 Nun stellt eine Muslima eine Frage zu den muslimischen US-Bürgern und Islamophobie – an beide Kandidaten: „Was kann man tun, damit Leute wie ich nicht mehr als Gefahr für die Gesellschaft bezeichnet werden?“

Trump kommt nun auf den radikal islamischen Terror zu sprechen. Man müsse nun mal zugeben, dass es ein Problem gebe – und das heiße „radikal islamischer Terror“ und dagegen müsse was getan werden. Die Muslime in den USA müssten es den Behörden sagen, wenn sie etwas Gefährliches beobachten. Dies könne helfen, das Problem zu lösen. Bis heute traue man sich nicht, die Drahtzieher hinter 9/11 zu benennen. Aber erst wenn man den radikal-islamistischen Terror als solchen benenne, könne man das Problem mit ihm lösen.

+++ Clinton nennt Trumps Rhetorik „ein Geschenk“ an IS-Terroristen +++

Clinton erklärt der Fragenden, dass sie diese Frage ja von so viel amerikanischen Muslims gestellt bekommen habe. Es habe Muslime in den USA gegeben „seit George Washington“, und auch viele erfolgreiche Muslime. Clinton erklärt, dass sie sehr viel mit muslimischen Organisationen spreche und zusammenarbeite. Für diese sei es enorm wichtig, dazu zu gehören und sich angenommen zu fühlen. Das Trump so viele diskriminierende und demagogische Sachen über Muslime gesagt habe, sei sehr gefährlich – und auch Schuld an der öffentlichen Stimmung. Sie wolle den IS besiegen, vor allem mit einer Koalition aus muslimischen Staaten. Trumps Rhetorik sei ein Geschenk für die IS-Terroristen, die „gewaltbereite Dschihadisten“ seien. Muslimische Staaten würden sich angesichts solcher Aussprüche fragen, warum man überhaupt mit den USA kooperieren sollte. „Wir sind nicht im Krieg mit dem Islam“, betont Clinton.

Trump meint: Wenn er Präsident gewesen wäre, dann wäre Captain Khan (der im Irak gefallene Muslim, der ein Held sei) noch am Leben. Weil er, Trump, den Irak-Krieg niemals angefangen hätte.

Er kritisiert nochmals Clintons Einwanderungspolitik, die ja eine Einladungspolitik an einfach jeden sei. Es sei nicht nachprüfbar, wer hereinkomme und mit welchen Absichten und ob er Amerika wirklich liebe. Dies sei ein gigantisches trojanisches Pferd.

Im weiteren Gesprächsverlauf erklärt er, dass sich der Einreise-Stopp für Muslime, den er gefordert habe, in eine „extremen Sicherheitscheck“ verwandelt habe. (Er hält also nicht an seiner umstrittenen Forderung fest.) Auch Clinton betonte, sie wolle sicherstellen, dass keine gefährlichen Leute ins Land kämen.

Trump erwähnte an der Stelle auch, dass er die private Flüchtlings-Patenschaft befürwortet, um Steuergelder zu sparen.

+++ Nun geht es um Clintons Wikileaks-Problem.+++

3:50

Bürgerfrage: „Ist es ok, als Politiker zwei Gesichter zu haben?“ Clinton antwortet ausschweifend, das Zitat sei in einem Kontext gefallen wo es sich auf einen Film über Abraham Lincoln beziehe, der sie sehr beeindruckt habe.

Trump meint, Abraham Lincoln habe niemals so gelogen, wie Hillary Clinton. (Publikum lacht.)

„Der Kreml und Putin, also die russische Regierung“, sei dabei US-Accounts zu hacken, „um den Wahlkampf zu beeinflussen“, so Clinton, dass sei eine historische Herausforderung, so etwas habe man ja noch nie gehabt.

Trump erklärt, er habe keine Ahnung, wie es in Russland intern zugehe, weil er dort kein Business und keine Erfahrungen habe, aber er fände es gut, mit Russland gemeinsame Sache zu machen und zum Beispiel ISIS in Syrien gemeinsam zu besiegen, das wäre doch ein gutes Beispiel.

+++ Dann geht es wieder um Trumps Steuererklärungen … +++

Warum hat Donald Trump Steuerermäßigungen in Anspruch genommen?

Trump meint, er habe hunderte Millionen Steuern bezahlt und er habe lediglich legale Steuerermäßigungen in Anspruch genommen. Und Hillary Clinton hätte in ihrer 30-jährigen Politkarriere ja etwas dagegen tun und diese Steuerermäßigungen abschaffen können, wenn sie gewollt hätte. Aber das habe sie unterlassen, weil Clintons „Freunde“ und Spender ja die gleichen Steuerermäßigungen in Anspruch nähmen. Leute wie Warren Buffett und George Soros und andere, die nicht berühmt seien und die man ja nicht durch Nennung berühmt machen müsse …

Clinton habe schlechtes Urteilsvermögen bewiesen. Nicht nur in der Steuerpolitik, sondern auch in Libyen, im Irak etc., fügt er an..

4:20 Clinton erzählt nun, was sie in den vergangenen 30 Jahren als Politikerin bewirkt habe. Auf 400 gesetzgebenden Entwürfen stehe ihr Name. Sie habe 30 Jahre lang effektiv gearbeitet. Trump bezweifelt dies.

+++ Chaotischer Disput über Syrien +++

Was würden Sie in Syrien tun und angesichts der humanitären Lage? Ist das nicht ein bisschen wie der Holocaust, in den die USA zu spät eingegriffen haben?“, wird eine Bürgerfrage von Facebook weitergegeben.

Clinton antwortet weitschweifig: Die Russen seien entschlossen, Aleppo zu zerstören. Sie hätten keinerlei Interesse, ISIS zu besiegen, sondern wollten nur das Assad-Regime hochhalten. Die USA müssten in Syrien noch stärker mit ihren Verbündeten zusammenarbeiten. Ansonsten sagt sie in ihrer Redezeit viele Allgemeinplätze. Über die schlimmen Fernsehbilder von dem verletzten kleinen Jungen aus Aleppo etc. Frauen und Kinder würden in Syrien leiden, wie sie es sehe, hauptsächlich durch „russische Aggression“. Sie fordere Schutz- und Flugverbotszonen zur Eindämmung der humanitären Katastrophe. Russland sollte man wegen Kriegsverbrechen anklagen.

Trump kontert: Clinton rede nun scharf gegen Russland, Assad und die „Rebellen“. Hat Clinton überhaupt eine Ahnung, wer „die Rebellen“ sind? In Libyen könne man auch sehen, was passiert sei, nachdem Gaddafi weg sei: Chaos. Ein Desaster. Hillary kämpfe auf der Seite von „Rebellen“, von denen sie nicht mal wisse, wer diese seien und welche Ziele sie hätten.

„Assad bekämpft ISIS, Russland bekämpft ISIS“, manche kämpfen in Syrien gegen Assad und gegen ISIS, erklärt Trump. Syrien sei schon nicht mehr länger Syrien, meint Trump. Sondern zum Beispiel halb der Iran. Und daran seien die USA mitschuld, denn der Iran-Deal sei der dümmste Deal, den es je gegeben habe. Das habe den Iran in kürzester Zeit sehr mächtig gemacht.

Weil Trump so weit ausgeholt hat, wiederholt der Moderator an ihn nochmal die konkrete Frage bezüglich Syrien: „Was würden Sie machen, wenn Sie Präsident wären?

Kann man nicht eine verdeckte Offensive auf ISIS machen?“, echauffiert sich Trump [ wörtlich: „Sneak-Attack“]. „Warum sagt man an: Wir greifen Mossul in den nächsten sechs bis acht Wochen an?! Dann haben die ganzen ISIS-Führer Zeit, abzuhauen (…) Glauben Sie, die bleiben da freiwillig? (…) Wie kann unser Land nur so dumm sein!“, regt sich Trump auf. Es gebe 200 Generäle, die ihn unterstützen. Mit denen unterhalte er sich ständig über dieses Thema. Die würden sich auch fragen, warum man es nicht anders und richtig macht.

Bürgerfrage an Trump: Könne er wirklich ein hingebungsvoller Präsident sein? [„devoted preisdent“]

Trump meint: Na klar. Clinton habe „unsere Leute ‚bedauernswert‘ genannt“. Er macht sich wieder zum Anwalt der einfachen Leute, denen die Jobs abwandern oder die Afro-Amerikaner und Latinos die unter einem desaströsen Bildungssystem und Kriminalität leiden. Das müsse geändert werden.

Clinton betont, sie werde die Präsidentin für alle Amerikaner sein. Lehrer und Eltern würden an ihren Kindern etwas beobachten, das bereits „der Trump-Effekt“ genannt werde – Diskriminierungen und Aggression würden zunehmen. Da müsse man gegensteuern. Sie habe sogar einen Brief einer besorgten Unterstützerin unterhalten, die einen kleinen Jungen aus Äthiopien adoptiert habe, der mittlerweile zehn Jahre alt sei. Er habe seine Mutter gefragt, ob Trump ihn nach Äthiopien zurückschicken werde, falls er gewählt würde. Sogar Kinder würden sich Sorgen machen.

Trump betont nun: „Unsere Nation ist gespalten – schauen Sie sich die Innenstädte an, die Kriminalität.“

+++ „Sie hat enormen Hass im Herzen“ +++

Dann sagt Trump über Clinton wörtlich: „Sie hat enormen Hass im Herzen. Als sie ‚Bedauernswerte‘ [„deplorables“] sagte, meinte sie das so. Als sie ‚irredeemable‘ [„hoffnungslose Fälle“, wörtlich „Unerlösbare“] sagte, war es noch schlimmer.“

Dann liest der Moderator ein Zitat aus einem Trump-Buch vor, in dem der Immobilien-Milliardär schrieb: „Wenn eine Führungskraft keine Disziplin hat, wird sie nicht lange eine solche sein.“ Trump meint, natürlich habe er Disziplin.

Clinton wird nun gefragt, ob Trump diszipliniert genug sei, ein guter Führer zu sein. Sie sagt natürlich „Nein“. (Er: „Ich bin schockiert, das zu hören.“ Gelächter.)

Es kommt zum Durcheinander-Reden.

Trump wirft ein: „Wir haben das langsamste Wachstum seit 1929. Ein Desaster für unser Land!“

4:42 Vielleicht eine der wichtigsten Fragen sei die Behandlungen der Höchstrichter. Nach welchen Kriterien solle man diese auswählen?

Clinton meint, man könne die Richter des Supreme Courts nicht nur nach juristischer Erfahrung auswählen, sondern man müsse da auch auf Lebenserfahrung achten. Trump habe Leute vorgeschlagen, die Frauenrechte und die Gleichstellung der Homoehe einschränken könnten. Das sei besorgniserregend.

Trump meint, er habe 20 hochrespektierte Personen ausgewählt, die von jedermann geschätzt würden und wirklich die Verfassung respektieren würden und – inklusive des 2. Verfassungszusatzes, der sehr wichtig sei und gegen den Clinton an arbeite (Anm. der Red.: Jedermanns Recht auf Waffenbesitz). Clinton fügt an: „Ich respektiere den 2. Verfassungszusatz!“

Eine Frage zur Energie-Politik. Trump meint: „Sehr wichtig, die Energie ist unter Beschuss durch Hillary“, sie ruiniere die Energiefirmen. Er verspricht, die Energiefirmen zu stärken, die zum Beispiel unter Dumping-Preisen aus China leiden.

Clinton kontert: Trump importiert den Billig-Stahl aus China, um damit seine Gebäude zu bauen und schade damit der amerikanischen Stahlindustrie. Sie meint, die USA könnten in Zukunft die Supermacht der grünen und nachhaltigen Energie sein.

+++ Zuschauer: „Würde jeder mal bitte mal EINE positive Eigenschaft nennen, die er am anderen schätzt?“ +++

(Publikum lacht und applaudiert.)

+++ Clinton lobt Trumps Kinder +++

Clinton meint, ja das sei wichtig. Sie respektiere Trumps Kinder sehr, weil sie so unglaublich begabt und engagiert seien und das spreche sehr für ihn als Vater. Und als Mutter und Großmutter finde sie das wichtig, auch wenn sie mit fast allem, was Trump heute gesagt habe, nicht einverstanden sei.

+++ Trump lobt Clintons Unnachgiebigkeit +++

Trump: „Ich empfinde das Statement über meine Kinder als sehr großes Kompliment.“ Dann sagt er über seine Gegnerin: „Sie tritt nicht ab und sie gibt niemals auf. Sie ist eine Kämpferin und das respektiere ich sehr. Ich denke, das ist eine sehr gute Eigenschaft an ihr.“

+++ Ende der Debatte.+++ 

Das war unsere Vorankündigung:

Um 21 Uhr amerikanischer Zeit geht es los: Die zweite Präsidentschaftsdebatte des US-Wahlkampfs. EPOCH TIMES wird ab 3 Uhr die wichtigsten Aussagen von Clinton und Trump im Live-Ticker berichten.

Das anstehende TV-Duell unterscheidet sich vom ersten durch sein Format: Es gibt zwei Moderatoren (Martha Raddatz von ABC und Anderson Cooper von CNN). Das Publikum darf circa die Hälfte aller Fragen stellen. Jeder Kandidat wird dann zwei Minuten Zeit für eine Antwort haben. Die Zuschauer wurden vom Gallup-Institut ausgesucht – es sind Leute, die selbst nicht politisch aktiv sind.

Soviel ist sicher. Was nun nicht mehr vorhersagbar ist: Die Richtung, in die sich dieses TV-Duell entwickeln wird.

Vermutlich wird es schmutzig

Nachdem Wikileaks am Freitag eine Zitate-Sammlung von Hillary Clinton veröffentlichte, in der ihr Kuschelkurs mit Wallstreet und Großkonzernen mehr als deutlich wird, kam platzte eine mediale Bombe gegen Donald Trump – ein Video von 2005, in dem er sich vulgär-sexistisch äußerte.

Trump hat nun eine Antwort angekündigt: In einem Video-Statement, dass er in Reaktion auf den Skandal veröffentlichte, entschuldigte er sich für Dinge, die er „bereue“ und dieses Aussagen gehörten dazu. Er betonte auch, dass er dies als Ablenkung von den wirklich wichtigen Themen begreife und seine Wähler nicht im Stich lassen wolle.

Und er kündigte an, die Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Bill Clinton thematisieren zu wollen – durchaus auch in dem Fernseh-Duell: „Bill Clinton hat in der Tat Frauen missbraucht und Hillary hat seine Opfer tyrannisiert, attackiert, in Schande gebracht und eingeschüchtert. Wir werden dies in den kommenden Tagen diskutieren.“

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Auf seinem Twitter teilte Trump daraufhin zweimal Tweets von Juanita Broaddrick – jener Frau, die 1999 erklärte, 1978 von Bill Clinton in einem Hotelzimmer vergewaltigt worden zu sein. Trumps mediales Sprachrohr „Breitbart“ veröffentlichte dazu heute ein exklusives und aktuelles Video, in dem Broaddrick detailliert erzählt, wie sie von Clinton überfallen wurde. Sie schildert einen Mann, der eiskalt, brutal und routiniert handelte – und bricht dabei in Tränen aus. Informationen, die so nicht in deutschen Medien auftauchen.

Als Broaddrick die Geschichte 1999 an die Öffentlichkeit brachte (Clinton war Präsident und von der Lewinsky-Affäre gebeutelt) antwortete ein Anwalt Clintons, dass die Anschuldigung absolut falsch sei und dass man sie nicht weiter kommentieren werde.

Die „Washington Post“ geht nun davon aus, dass das Ende dieses Präsidentschafts-Wahlkampfs als „eines der schmutzigsten, erbittertsten und leidenschaftlichsten“ in die Geschichte eingehen könnte, weil Trump nicht aufgeben werde, beratungsresistent sei und sowieso nichts mehr zu verlieren habe. Anschuldigungen wie die Bezeichnung Bill Clintons als Vergewaltiger seien schwer vergleichbar mit dem, was man bisher kenne, so das Medium.

Trump waren in den vergangenen Tagen Unterstützer aus den eigenen Reihen weggebrochen.

Zu dem Wikileaks-Veröffentlichungen über Hillary Clinton hier ausführlichen Bericht lesen. Das Leak brachte junge Bernie Sanders-Unterstützer gegen sie auf, auf deren Stimmen sie sich nun nicht mehr verlassen kann.

Hier kann man das Fernseh-Duell live sehen:

Der US-Fernsehsender ABC News zeigt das Duell im Live-Stream direkt auf Facebook.

Der deutsche Nachrichtensender von ARD und ZDF, Phoenix, zeigt alle drei TV-Duelle des US-Wahlkampfes live und in voller Länge.