UN: IS erhöht Hinrichtungen kampfunwilliger Männer „dramatisch“

Der "Islamischer Staat" will mit allen Mitteln die Oberhand im Kampf um die irakische Stadt Falludscha erlangen. Kampfunwillige Zivilisten werden hingerichtet. Auch Frauen und Kinder werden ermordet.

Nach Angaben der UN erhöhte die Terror-Miliz Islamischer Staat die Anzahl der Hinrichtungen in der heftig umkämpften irakischen Stadt Falludscha "dramatisch", berichtet "Die Welt".

Demnach versuchten die Terroristen Männer und Jungen unter Androhung von Gewalt dazu zu zwingen gegen die Regierungstruppen zu kämpfen. Sollten diese nicht mit den Terroristen gegen die irakische Armee kämpfen wollen, würden sie hingerichtet. Dies berichten Flüchtlinge aus Falludscha, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR laut "Welt" am Freitag in Genf mit.

Die Anhänger der Dschihadisten-Miliz würden auch Zivilisten hinrichten, die versuchten, aus der strategisch wichtigen Stadt westlich von Bagdad zu fliehen. Auch Frauen und Kinder würden nicht verschont, hieß es in der UNHCR-Mitteilung, so die Zeitung. Darüber hinaus hätten die Terroristen Menschen unter den Trümmern ihrer Häuser lebendig begraben. Viele Menschen würden auch verhungern.

50.000 Männer, Frauen und Kinder würden nach Angaben der UN in Falludscha festsitzen. Seit mehreren Tagen versuchten irakische Regierungseinheiten, mit einer großangelegten Militäroperation den Ort vom "Islamischen Staat" zurückzuerobern, so "Die Welt".

Dabei käme es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen. Die Menschen versuchten zu fliehen und die UN versorge die Flüchtlinge mit Hilfsgütern. Nach UN-Schätzungen brauchten rund zehn Millionen Menschen im Irak humanitäre Hilfe und 3,4 Millionen befänden sich auf der Flucht. (so)