Venezuela: Wirtschaftskrise löst Massenproteste aus – Maduro leitet Maßnahmen zur Abwehr eines „Putsches“ ein

Nicolás Maduro warf den Regierungsgegnern und den USA vor, einen Staatsstreich zu organisieren. Die US-Regierung habe grünes Licht gegeben für den Putsch, meint der sozialistische Staatschef. Wegen der schlechten Wirtschaftslage sind im Land Massenproteste geplant.

Wenige Stunden vor dem geplanten Massenprotest der Opposition hat Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Er habe den „Plan Zamora“ aktiviert, um das Land vor einem „Putsch“ zu schützen, sagte Maduro am Dienstag. Der Plan sieht militärische, politische und zivile Maßnahmen zur Stärkung der nationalen Sicherheit vor.

Maduro warf den Regierungsgegnern und den USA vor, einen Staatsstreich zu organisieren. Die US-Regierung habe grünes Licht gegeben für den Putsch, sagte der sozialistische Staatschef bei einem Treffen mit Regierungsvertretern und der Armeeführung.

Die konservative Opposition geht seit mehr als zwei Wochen gegen den Präsidenten auf die Straße und will mit dem Protestmarsch in der Hauptstadt Caracas am Mittwoch den Druck auf Maduro erhöhen. Dessen Unterstützer riefen zu Gegendemonstrationen auf. Der Präsident kündigte überdies die Stationierung von Soldaten im ganzen Land sowie die Stärkung regierungstreuer Milizen an.

Bei den jüngsten Protesten in Caracas und anderen Städten hatte es immer wieder Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. Fünf Menschen wurden getötet. Auch am Mittwoch werden neue Unruhen befürchtet.

Der frühere Generalmajor Cliver Alcalá erklärte, die Aktivierung des „Plans Zamora“ diene anscheinend dazu, die oppositionellen Demonstranten einzuschüchtern. US-Außenamtssprecher Mark Toner rief die venezolanische Regierung auf, friedliche Kundgebungen nicht zu unterbinden.

Die Regierungsgegner in dem ölreichen lateinamerikanischen Land machen Maduro für die seit Monaten andauernde Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung zu dessen Amtsenthebung. Außerdem fordert die Opposition ein Datum für die verschobenen Regionalwahlen. (afp)