Vize-Premier über US-Abwehrschilde: Russische Raketen „werden diese Abwehr in Stücke reißen“

Der Westen rüstet auf, Russland rüstet auf: Die Föderation plant eine Interkontinentalrakete, die in der Lage sein soll das globale US-Raketenschild zu durchbrechen. Vize-Premier Dmitri Rogosin sagt, mit dieser Rakete werde Russland "die US-Abwehr in Stücke reißen."

Das Aufrüsten findet im Westen aber auch im Osten statt: Auf das Vorrücken der NATO in Osteuropa antwortet Russland mit einer neuen Interkontinentalrakete.

Diese werde als Ersatz für sowjetische Trägersysteme gebaut, sagte Vize-Premier Dmitri Rogosin im russischen Fernsehen, berichtet „Sputnik“. Demnach werde die Rakete in der Lage sein, das globale US-Raketenschild zu durchbrechen.

„An den neuen Raketentypen wird planmäßig gearbeitet“, so Rogosin. Sie sollen die Interkontinentalraketen ersetzen, die bereits seit Sowjetzeiten im Dienst stehen. Diese würden noch immer „Furcht bei den westlichen Staaten erregen“, betont der russische Politiker – so wie die weltweit stärkste Atomrakete „Wojewoda“ (Nato-Code: SS-18 „Satan“).

Deshalb würde weder die jetzige noch die künftige Raketenabwehr der USA für Russland eine militärische Bedrohung darstellen, so Rogosin. Er ist sicher: „Wir werden diese Abwehr in Stücke reißen.“

Zwischen Russland und den USA gab es einen Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsysteme. Die USA sind davon in 2002 zurückgetreten und hatten die Aufstellung von Abfangraketen und Radaranlagen in Osteuropa angekündigt. Als offiziellen Grund gaben die USA eine vermeintliche Bedrohung durch den Iran an. Wahrscheinlicher ist aber, dass damit russische Interkontinentalraketen während eines möglichen Krieges abgefangen werden sollen.

Die USA besitzen nun US-Raketenschirme auf Alaska, in Kalifornien und in Europa. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt. (so)