Wien soll Denkmal des vietnamesischen Diktators Ho Chi Minh bekommen – Menschenrechtler empört

Im Wiener Donaupark soll im Oktober 2017 ein Denkmal für den vietnamesischen Diktator und Massenmörder Ho Chi Minh eingeweiht werden. Die Gedenkstätte, deren Errichtung die „Gesellschaft Vietnam Österreich“ übernimmt, soll nach ihrer Fertigstellung in das Eigentum der Stadt Wien übergehen. Kontrovers diskutiert wurde dies bei der Wiener Stadtregierung offenbar nicht.

Im Wiener Donaupark soll im Oktober 2017 ein Denkmal für den vietnamesischen Diktator und Massenmörder Ho Chi Minh eingeweiht werden. Die Gedenkstätte, deren Errichtung die „Gesellschaft Vietnam Österreich“ übernimmt, soll nach ihrer Fertigstellung in das Eigentum der Stadt Wien übergehen. Kontrovers diskutiert wurde dies bei der Wiener Stadtregierung offenbar nicht.

„Bei allen Nicht-Kommunisten dieser Republik könnte diese Entscheidung der rot-grünen Stadtregierung nicht wirklich toll ankommen“, kommentiert dazu „Krone.at“. Ho Chi Minh sei für Unzählige Kriegsverbrechen, Millionen Tote, systematische Folter und blutigem Terror verantwortlich, aber diese leichenübersäte Leistungsbilanz sei offenbar die ideale Voraussetzung, um in der Stadt Wien mit einem Denkmal geehrt zu werden, schreibt das Blatt und zitiert ÖVP-Chef Manfred Juraczka: „Das ist doch eine Schande, dass das offizielle Wien keinerlei Berührungsängste mit Massenmördern hat.“

Doch nicht nur der rechte Flügel der österreichischen Politik sieht die Errichtung eines solchen Denkmals fragwürdig. Auch die Verfolgten des kommunistischen Regimes in Vietnam, die als „Boat People“ nach dem Sieg des Vietcong in den Westen flüchten konnten, haben ein Problem damit, berichtet die ehemalige Politikerin und Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld in ihrem Blog.

In einem offenen Brief hat sich Dr. Hong-An Duong vom Forum Vietnam 21 deshalb an die Oberamtsrätin Frau Mag. Ursula Schwarz von der Kulturabteilung der Stadt Wien gewandt: „Die dünne Schicht der Herrschenden in Vietnam wird sich darüber freuen, dass Wien mit dem Denkmal kostenlose Propaganda für die Machthaber im heutigen Vietnam leistet“, kritisiert Hong-An Duong das geplante Denkmal für den Massenmörder. Mit einem Denkmal für Ho Chi Minh mache Wien „einen Tyrannen zum Helden“.

Dem Schreiben von Hong-An Duong schließt sich auch Dr. Thanh Nguyen-Brem vom „Verein zur Wahrung der Menschenrechte in Vietnam“ an. In einem Brief an Bürgermeister Dr. Michael Häupl schreibt Nguyen-Brem, er könne sich nicht erklären, „warum ein demokratischer Staat wie Österreich es nötig hat, einen blutrünstigsten Kriegsverbrecher zu ehren“. Er bittet Häupl höflichst darum, „von diesem Schandmal Abstand zu nehmen. Zur Ehre Österreichs und der Opfer des Regimes in Hanoi.“ (mcd)