Zustrom nach Griechenland stark: 94269 Migranten seit Jahresbeginn

Allein heute sind mehr als 4000 Flüchtlinge und Migranten in der griechischen Hafenstadt Piräus angekommen. Sie waren an Bord von drei Fähren und wollten über Nordgriechenland weiter nach Mitteleuropa fahren.
In den ersten 20 Februar-Tagen sind in Griechenland trotz schlechten Wetters 33 767 Migranten auf Booten angekommen. Seit Jahresbeginn hätten 94 269 Menschen von der Türkei übergesetzt, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

Zum Vergleich: Im Juni 2015, als der große Flüchtlingszustrom begann und Europa Alarm schlug, hatten 31 318 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Ostägäisinseln übergesetzt. Wie die griechische Küstenwache mitteilte, seien in den vergangenen 72 Stunden mehr als 1600 Menschen aus den Fluten vor den Inseln der Ostägäis gerettet worden.   

Allein heute sind mehr als 4000 Flüchtlinge und Migranten in der griechischen Hafenstadt Piräus angekommen. Sie waren an Bord von drei Fähren und wollten über Nordgriechenland weiter nach Mitteleuropa fahren.

Die Busse, die sie abholen sollten, waren aber nach übereinstimmenden Medienberichten zunächst nicht gekommen. Offenbar versuche die Polizei, einen noch größeren Stau an der mazedonischen Grenze zu verhindern, meinten Reporter vor Ort.

Mazedonien hat seit Sonntag seine Grenzen für Migranten aus Afghanistan gesperrt und lässt nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak durch.

Mehr als 5000 Menschen warten nun auf der griechischen Seite, ohne zu wissen, wann und ob sie weiterkommen. Dies hatte am Vorabend der für die Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas im griechischen Fernsehen bestätigt.

Mazedoniens Handeln sei „nicht im Einklang mit den Vereinbarungen des jüngsten Gipfels der EU“, sagte Mouzalas. Die EU hatte vergangenen Donnerstag beschlossen, dass bis zum neuen Migrations-Gipfel Anfang März die Grenzen für Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien und Afghanistan auf der Balkanroute offen bleiben. 

Die mazedonische Seite lässt nach griechischen Informationen  Afghanen nicht weiterreisen, weil Serbien seine Grenze für Afghanen seit Sonntag geschlossen halte.

(dpa)