Aktuelle Nachrichten – Ökologie
17.07.2012
Foto: China Photos/Getty Images
Die Schallwellen von Sprengungen im Meer sind laut Umweltverbänden für Meeressäugetiere gefährlich. Bei einem Wal oder Delfin verursachen sie noch in zwölf Kilometern Entfernung Hörschäden. Ist der Radius lediglich vier Kilometer weit, kann das für Meeressäugetiere Lungen- und Trommelfellrisse bedeuten. Entsprechend besorgt sind die drei Umweltverbände NABU, die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere und die Gesellschaft zur Rettung der Delphine über die Pläne des Shell-Konzerns, 62 Seemeilen nordöstlich von St. Fergus (Schottland) eine Mine aus dem Zweiten Weltkrieg zu bergen und in unmittelbarer Nähe zu sprengen.
Die Mine steckt unter einer Gas-Pipeline und soll schon 1993 entdeckt worden sein. Laut den Umweltverbänden will Shell dafür eine so genannte Hebesack-Methode verwenden, die gemäß den Umweltverbänden aus den 60er Jahren stamme. Zwergwale, Schweinswale und Weißschnauzendelfine wären durch die Schallwelle und die austretenden Stoffe gefährdet. Diese Arten seien nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt.
Bergen statt sprengen
NABU, die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere und die Gesellschaft zur Rettung der Delfine fordern deshalb von Shell, die Mine mittels modernste Technologien schadlos zu beseitigen. Am besten soll die Mine im Meer nur geborgen und erst an Land gesprengt werden. Als Möglichkeiten nennen sie Technologien, die sie 2010 in Neumünster auf der MIREMAR-Konferenz vorgestellt haben: etwa eine Wasserstrahl-Schneidtechnik in Verbindung mit einer mobilen Detonationskammer. Gemäß den Umweltverbänden sollte grundsätzlich zum Schutz der Wale und Delfine auf Sprengungen bei Munitionsfunden im Meer verzichtet werden. (sol)
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