Der Bitcoin könnte 2020 die gesamte Elektrizität der Welt benötigen

Der Stromverbrauch zur Herstellung des Bitcoin stieg im November um 29,98 Prozent. Bleibt dies so, dann wird der Bitcoin im Februar 2020 die gesamte Elektrizität der Welt verbrauchen. Wie das gehen soll, weiß keiner.

Wenn die Bitcoin Schürfer ein Staat wären, würden sie in Bezug auf den Stromverbrauch auf Platz 61 der Weltrangliste rangieren. Im November ist der Stromverbrauch im Bitcoin-Mining schätzungsweise um 29,98% gestiegen. Wenn diese Geschwindigkeit beibehalten wird, wird die Herstellung des Bitcoin ab Februar 2020 die gesamte Elektrizität der Welt verbrauchen. Wie das gehen soll, weiß keiner.

Am 23. November verbrauchte der Bitcoin mehr Strom als 159 Volkswirtschaften, darunter Nigeria (24 Terawattstunden pro Jahr) Irland (25 Terawattstunden) oder Marokko (29 Terawattstunden). Der Bitcoin benötigte im November laut „Bitcoin Energy Consumption Index“ bereits 29,5 Terawattstunden.

„Das kann so nicht weitergehen“, warnt der Meteorologe Eric Holthaus im Magazin „Grist“. So könnte der Bitcoin „uns um unsere Zukunft mit sauberer Energie bringen“.

Ein radikaler Weg, um den Bitcoin zu stoppen, wäre, das Internet abzuschalten. Alles andere würde nicht funktionieren, wie Andreas Nöthe im Video erklärt:

Video: Wie funktioniert der Bitcoin

Bitcoins errechnen ihren Wert aus Angebot und Nachfrage

Der Energieverbrauch ist konstruktionsbedingt. Um den Bitcoin zu „schürfen“ müssen bestimmte Rechenwege ausgeführt werden (die immer komplizierter werden). Die gesamte Kette von Transaktionen („Blockchain“) muss dokumentiert werden.

Damit können ca. 400.000 Transaktionen pro Tag geschafft werden. Je besser die Rechnerleistung ist, desto günstiger.

Lediglich extrem schnelle Prozessoren können heute noch neue Bitcoins erzeugen. Meist stehen sie in speziellen Server-Farmen, die extra für diesesn Zweck gebaut wurden. Normale Heim-PCs können dies schon lange nicht mehr schaffen.

Bitcoin ist Betrug, ihr realer Wert liegt bei Null

Ernst Wolff schreibt:Dass Bitcoin und die andere Krypto-Währungen gerade jetzt einen solch gigantischen Aufschwung erleben, liegt vor allem daran, dass sie die letzte und höchste Form der Finanzspekulation darstellen: Hatten Derivate („abgeleitete“ Finanzprodukte) zumindest noch einen indirekten Bezug zu realen Werten, so handelt es sich bei Krypto-Währungen um absolut synthetische Erzeugnisse, die nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Realwirtschaft zu tun haben.

Krypto-Währungen sind also nichts anderes als die ultimative logische Konsequenz der Explosion des Finanzsektors. Je nachdem, wie lange das gegenwärtige auf totaler Manipulation durch die Zentralbanken basierende Finanzsystem noch existiert, kann ihr Kurs noch weiter in die Höhe schnellen und immer neue Rekorde aufstellen.

Sobald das zurzeit noch mit Mühe von den Zentralbanken aufrecht erhaltene Kartenhaus des globalen Finanzsystems in sich zusammenfällt – und dazu wird es mit hundertprozentiger Sicherheit kommen – werden Bitcoin und Co. sowie der Rest der künstlichen Finanzprodukte auf ihren tatsächlichen Wert reduziert werden. Und dieser liegt – wegen der nicht vorhandenen Deckung durch einen realen Wert – bei Null.“

In der Mongolei: CO2-Ausstoß pro Bitcoin liegt bei 8 bis 13 Tonnen COs

Durch den extremen Stromverbrauch sind Staaten mit niedrigen Energiekosten im Vorteil. China „schürft“ derzeit 59 Prozent der Bitcoins. Auch die Mongolei bietet sich auf Grund der kurzen Wege zu Chinas Kohlekraftwerken und deren überschüssigen Energiemengen an. Um Bitcoin herzustellen, ist diese Region bei Stromkosten von 4 Cent pro Kilowattstunde und überlegener Hardware mit besten Prozessoren im Vorteil.

Alex de Vries schätzt im „Digiconomist“, dass jeder in der Mongolei geschürfte Bitcoin 8 bis 13 Tonnen CO2-Ausstoss hervorruft. Die Klimabilanz dürfte sich jedoch in Zukunft verschlechtern, sofern keine neue Prozessoren eingesetzt werden. An manchen Orten werden auch Bitcoins mit Energie aus Wasserkraftwerken hergesellt, wie in Sichuan in China oder in Nordamerika.

Es ist auch vorgekommen, dass Mining-Farmen illegal Stromleitungen anzapften und Blackouts im Stromnetz verursachten. Das Manager-Magazin berichtet davon, dass der Besitzer eines Tesla die firmeneigene Ladesäule zweckentfremdete, da diese kostenfrei Energie abgab – um in seinem E-Auto Bitcoin zu „schürfen“.

Der Bitcoin wird künftig wohl immer wieder neue Rekordhöhen erreichen, Citigroup-Analyst Christopher Chapman schätzte im Manager-Magazin auf eine Höhe von 300.000 bis 1,5 Millionen Dollar in den nächsten fünf Jahren. Die „Bitcoiner“ haben viel zu verlieren. (ks)

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