Druck auf Mario Draghi wächst: Ökonomen fordern EZB zu Ausstieg aus lockerer Geldpolitik auf

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, meinte: "Je früher die Teuerungsrate in Europa das Ziel von zwei Prozent erreicht, desto schneller kann die EZB die Zinsen erhöhen. Davon würde auch der Sparer profitieren."

Angesichts steigender Inflationsraten in Deutschland und Europa fordern Experten eine Kurswende in der Geldpolitik der EZB.

„Der Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik sollte bald eingeleitet werden“, sagte die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel der „Bild“ (Donnerstag). Der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, sagte der Zeitung: „Es ist Zeit für eine Normalisierung, jetzt ist die Zinswende machbar.“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, meinte: „Je früher die Teuerungsrate in Europa das Ziel von zwei Prozent erreicht, desto schneller kann die EZB die Zinsen erhöhen. Davon würde auch der Sparer profitieren.“

Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, sagte der Zeitung: „Die Gefahr einer deflationären Entwicklung haben wir hinter uns. Jetzt ist ein Umdenken in der Geldpolitik gefragt.“ Die DZ Bank erwartet für Deutschland im kommenden Jahr eine Inflation von 1,75 Prozent. Dadurch komme es bei Sichteinlagen der Deutschen Privathaushalte zu einem Kaufkraftverlust von 36 Milliarden Euro.

Die Deutschen halten nach einer aktuellen Studie der DZ Bank derzeit 39,1 Prozent ihrer Geldvermögen, 2,24 Billionen Euro, als Tagesgeld oder auf Girokonten. Hier habe es 2016 einen Wertzuwachs von 4,2 Prozent gegeben. Dazu habe „vor allem der anhaltende Sparfleiß der Bürger“ gesorgt, schreiben die Analysten.

Die Sparquote der deutschen Haushalte ist im vergangenen Jahr von 9,7 Prozent auf 9,8 Prozent gestiegen, berichtet die „Bild“ mit Verweis auf die Studie der DZ Bank. „Offenbar lassen sich die privaten Haushalte in Deutschland nicht durch das Extrem-Niedrigzins-Niveau entmutigen“, zitiert die zeitung aus dem Papier. (dts)

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