Ausländer anwerben: Arbeitgeber-Präsident warnt vor dramatischen Konsequenzen wegen Fachkräftemangel

Es müssten systematisch Fachkräfte aus anderen Ländern angeworben werden, "auch aus europäischen Nachbarstaaten, wo Arbeitslosigkeit herrscht", fordert Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer.
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Ausländer im Berufsinformationszentrum in Berlin.Foto: Sean Gallup/Getty Images
Epoch Times7. Juli 2017

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer fordert mehr Anstrengungen bei der Anwerbung von ausländischen Fachkräften: Es müssten systematisch Fachkräfte aus anderen Ländern angeworben werden, „auch aus europäischen Nachbarstaaten, wo Arbeitslosigkeit herrscht“, sagte Kramer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

Es müssten nicht nur die studierten Informatiker aus Fernost sein, so der Arbeitgeber-Präsident. „Es geht um Facharbeiter, um Pflegekräfte. Es geht um die gesamte Breite der Berufspalette, nicht nur im Bereich der Akademiker“, erklärte er.

Es könnten laut Kramer auch junge Menschen sein, „die bei uns ihre Ausbildung machen und danach in den Fachkräftemarkt gehen“. Die deutsche Wirtschaft müsse mehr im Ausland werben. „Vereinzelte Firmen machen das zwar bereits, aber dieser Prozess muss verstärkt werden“, machte der Arbeitgeber-Präsident deutlich.

Kramer warnte vor dramatischen Konsequenzen, sollten die Probleme nicht behoben werden. „Wir wissen, dass wir im Jahr 2030 sechs Millionen Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter haben. Heute arbeiten 44 Millionen, 2030 könnten es möglicherweise nur noch 38 Millionen sein.“

Wenn es bei dieser Zahl bleibe, bekomme man erhebliche Probleme, etwa mit der Rentenfinanzierung und der Infrastruktur. „Die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft nimmt dann ab, mit dramatischen Folgen“, warnte Kramer. Der Arbeitgeber-Präsident sprach sich zudem für eine verpflichtende Altersvorsorge für Selbstständige aus. „Manche Selbstständige fallen im Rentenalter der Allgemeinheit zur Last, weil sie nie fürs Alter vorgesorgt haben“, sagte Kramer den Funke-Zeitungen. Selbstständige müssten seines Erachtens nicht zwingend in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, „aber sie sollten zur Altersvorsorge verpflichtet werden“.

Es gebe ja auch zum Beispiel berufsständische Vorsorgewerke. Er unterstütze jeden Politiker, so Kramer, „der sich für eine gesetzlich verpflichtende Altersvorsorge für alle einsetzt“. Kramer forderte auch, Anreize für Arbeitnehmer zu schaffen, flexibler und später in Rente zu gehen. „Wer länger arbeiten will, soll es auch können. Es muss Teilzeitmodelle geben für die Älteren. Klar ist: Im Jahr 2030 brauchen wir ähnlich viele Menschen wie heute, die in die Rentenkasse einzahlen.“ (dts)



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