BSI: Telekom wurde von organisierter Kriminalität angegriffen

"Das ist organisierte Kriminalität", sagte BSI-Chef Arne Schönbohm. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht viele Anzeichen dafür, dass die Angriffe auf das Netz der Deutschen Telekom von organisierter Kriminalität begangen wurden.

„Uns war relativ früh klar, dass es ein Hacker-Angriff war“, sagte BSI-Chef Arne Schönbohm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das ist organisierte Kriminalität.“ Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht viele Anzeichen dafür, dass die Angriffe auf das Netz der Deutschen Telekom von organisierter Kriminalität begangen wurden.

Bei den Angriffen seien gezielt Fernverwaltungsports von DSL-Routern attackiert worden, wie die Deutsche Presse-Agentur laut BSI berichtet. Der Angriff wurde von einem sogenannten Mirai-Netzwerks aus geführt, sagte Schönbohm. Dabei handelt es sich um ein Netz, das aus einer großen Anzahl manipulierter Geräte aus dem sogenannten „Internet der Dinge“ zusammengestellt worden ist.

Zu diesen Geräte zählen schlecht gesicherte Router, Webcams und digitale Videorekorder. Experten schätzen, dass das Mirai-Netzwerk aus Hunderttausenden solcher Geräte besteht, die dann gemeinsam Attacken ausführen wie auf die Telekom.

900.000 Anschlüsse bundesweit betroffen

Angriffe seien auch im geschützten Netz der Bundesregierung registriert worden, teilte das BSI mit. „Es gibt eben nicht nur Chancen der Digitalisierung, sondern auch Risiken“, sagte Schönbohm. Deshalb sei eine Cyber-Sicherheitsstrategie sehr wichtig. Über 900.000 Kundenanschlüsse der Deutschen Telekom waren von den Internet- und Telefonieausfällen seit Sonntag betroffen. (dpa/dts)