US-Handelsbeauftragter: Wenn TTIP scheitert ist Deutschlands Wohlstand gefährdet

Vor dem Start der zwölften Verhandlungsrunde zum Freihandelsabkommen TTIP am Montag, warnt der US-Handelsbeauftragte Michael Froman, ein Scheitern würde Deutschlands Wohlstand gefährden.

Froman sagte der "Bild am Sonntag": "Derzeit geht es Deutschland wirtschaftlich gut, aber kein Land sollte sich auf dem Status quo ausruhen. Der globale Handel wird weiter wachsen. Deshalb müssen Europa und die USA alles versuchen, gemeinsam eine Führungsrolle zu übernehmen, um mit offenem fairen Handel unseren Wohlstand zu erhalten. Gelingt uns das nicht, könnten sich stattdessen Handelspraktiken etablieren, die nicht mit unseren gemeinsamen Werten übereinstimmen."

Froman verspricht vor allem Deutschland große Vorteile von dem Abkommen. "Die Deutschen haben keinen Grund, sich zu fürchten. Kaum ein Land hat mehr vom globalen Handel profitiert als Deutschland", so Froman. Für Verbraucher werde TTIP bare Vorteile bringen: "Europa und die USA erheben immer noch Zölle auf unterschiedlichste Produkte. Zölle passen nicht mehr in unsere Zeit. Schaffen wir sie ab, sinken die Preise und die Verbraucher haben mehr Geld in der Tasche." Kritik an dem Abkommen wies Froman zurück. "Weder die USA noch die Europäische Union haben die Absicht, Standards zu reduzieren", so der US-Handelsbeauftragte.

Auch sei das Verfahren keineswegs intransparent. Froman: "Verglichen mit anderen Verhandlungspartnern der EU in Handelsfragen sind wir den Europäern weit entgegen gekommen. Abgeordnete können in Lesesälen die Verhandlungsprotokolle einsehen. Im Übrigen werden die nationalen Parlamente viel Zeit haben, das fertige Abkommen zu studieren, bevor sie darüber entscheiden."

Was den Verlauf der Verhandlungen angeht, äußerte sich Froman optimistisch: "Ich bin sicher, dass die Verhandlungen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Wir setzen von unserer Seite alles daran, es bis zum Winter zu schaffen."

(dts Nachrichtenagentur)

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