Zu viele Ausländer in Cottbus?: Bürgermeister warnt vor rechtsfreien Räumen – wenig Integration

Cottbus in der Krise: Die Zahl der Zuwanderer hat sich in zwei Jahren bis 2016 verdreifacht. Die ausländischen Kinder besuchen kaum Kitas und haben zu wenig Deutschkenntnisse. Der Bürgermeister von Cottbus warnt vor rechtsfreien Räume.

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Migranten und Deutschen in Cottbus hat Oberbürgermeister Holger Kelch mehr Unterstützung von Land und Bund gefordert.

Die Zahl der Flüchtlinge und Migranten habe sich in zwei Jahren bis 2016 verdreifacht. Auch jetzt würden die Ausländerzahlen stetig steigen. Mehr als die Hälfte der in Cottbus lebenden Menschen seien Ausländer, so der Politiker.

Eltern von Flüchtlingskindern wüssten wegen Sprachbarrieren teils nicht, was in den Schulen vorgehe, sagte Kelch im Innenausschuss des Landtags in Potsdam. Zudem beklagt er, dass Kinder von Zuwanderern kaum Kitas besuchen würden.

Er bitte nun dringend um Unterstützung unter anderem bei der Schulsozialarbeit, der Immigrantenberatung oder auch bei den Erziehungsberatungsstellen. Die Stadt habe im vergangenen Jahr deutlich mehr Flüchtlinge aufgenommen als andere Kommunen. Sollte es zum Familiennachzug kommen, sei die Stadt der Aufgabe derzeit nicht gewachsen.

„In einzelnen Familien wird Sozialarbeitern der Zugang verwehrt“, so Kelch weiter. Weibliche Angestellte würden gar nicht zur Kenntnis genommen. „Wenn wir in die Familien nicht reinkommen, werden wir rechtsfreie Räume bekommen“, sagt Kelch.

Die Stadt plane ein Maßnahmenpaket von 2 Millionen Euro, was Cottbus nicht alleine stemmen könne: „Sozialarbeiter, Immigrationsberatung, Frauenhäuser, Erziehungsberatung und Sprachmittler sollen aufgestockt werden.“ Zudem fordert er, dass Cottbus nicht als „rechtsradikal“ stigmatisiert wird.

In Cottbus kam es unlängst zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar und mit einem Messer bewaffneten syrischen Jugendlichen gegeben. Wenige Tage später wurde ein Schüler von einem Syrer mit einem Messer schwer verletzt. (dpa/so)

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