Bolsonaro macht Umweltaktivisten für Waldbrände in Brasilien verantwortlich

Epoch Times22. August 2019 Aktualisiert: 23. August 2019 7:08

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat Umweltschützer als mögliche Verursacher der schweren Waldbrände in Brasilien bezeichnet. Er gehe von Brandstiftung aus, sagte der Staatschef am Mittwoch. Er vermute eine „kriminelle Aktion“ von Umweltorganisationen mit dem Ziel, ihm und seiner Regierung zu schaden. Bolsonaro verwies auf angebliche Finanznöte der betreffenden Organisationen, nachdem seine Regierung ihnen die Mittel gekürzt habe.

Umweltschützer wiesen die Anschuldigungen bei einer Protestaktion am Rande einer UN-Klimakonferenz in der Stadt Salvador als „absurd“ zurück. Die Brände seien die Folge einer „Politik der Umweltzerstörung und der Unterstützung für die Agrarindustrie“, sagte Camila Veiga vom brasilianischen Dachverband der Nichtregierungsorganisationen der Nachrichtenagentur AFP.

Die Zahl der Waldbrände in Brasilien war in den ersten acht Monaten des Jahres drastisch angestiegen. Zwischen Januar und August gab es nach offiziellen Angaben 72.843 Waldbrände, die sich in den Bundesstaaten am Amazonas konzentrieren. 2018 waren es im gleichen Zeitraum 39.759 Brände gewesen.

Zugleich nahm die Abholzung in Brasilien deutlich zu, wie aus einem Bericht des brasilianischen Weltraumforschungsinstituts INPE im Juni hervorging. Umweltschützer sehen darin den Grund für die Zunahme der Waldbrände in der Amazonas-Region. Der WWF wies darauf hin, dass die „Nutzung von Feuer“ eine der „Techniken für Baumrodungen“ sei.

Bolsonaro hatte die INPE-Daten hingegen als Lügen bezeichnet und den Direktor des Instituts gefeuert.

Brasiliens Präsident zweifelt den menschengemachten Klimawandel an und ist ein Freund der Agrarindustrie. Umweltschützer werfen ihm vor, mit seinen Aussagen gegen den Umweltschutz Holzfäller, Bergleute und Bauern zum Raubbau am Amazonaswald zu ermutigen. (afp)

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